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Friedrich Klausen, *1905

eingewiesen 9.12.1943 in die "Heilanstalt" Meseritz
ermordet 12.12.1943


Horner Heerstr./Ecke Riensberger Str.
Bremen-Horn-Lehe
ehemalige Straßenbezeichnung: Riensberger Str. 119

Friedrich Klausen

geb. 21.4.1905

Friedrich Klausen hatte das Schlosserhandwerk gelernt. Eine fortschreitende Lähmung machte ihn zum Pflegefall. Zuletzt konnte er zwar mit Unterstützung noch gehen, verbrachte aber die meiste Zeit im Rollstuhl. Von den Ärzten wurde er als „sehr pflegebedürftig" eingeschätzt. Bei schönem Wetter wurde er von seiner Mutter mit dem Rollstuhl zur benachbarten Horner Kirche gefahren; dort hatte er Kontakt zu den zahlreichen Schulkindern, die ihn auf ihrem Schulweg besuchten und sich mit ihm unterhielten. Eine ehemalige Nachbarin erinnerte sich noch Jahrzehnte später an „Fietschen“.

Im November 1942 brachte die 70jährige Mutter ihren Sohn in die Bremer Nervenklinik, da sie nicht mehr in der Lage war, den seit fünfzehn Jahren auf Hilfe angewiesenen Sohn zu versorgen und zu pflegen. Hier lebte der „völlig geordnete", „anspruchslose“, „stets zufriedene und heitere" Friedrich Klausen bis 1943.

Nach der Bombardierung der Klinikgebäude brachte man den nunmehr 38jährigen am 9.12.1943 zusammen mit 306 anderen Patienten in die "Heilanstalt" Meseritz-Obrawalde, wo er nur wenige Tage später, am 12.12.1943 starb.


Verfasser:
Gerda Engelbracht/ Michael Koppel (2011)

Informationsquellen:
Archiv Klinikum Bremen-Ost, Krankenakte
„Fietschen“ im Rollstuhl. Hornerin erinnert sich an Friedrich Klausen und an die Wallheimers. Weser Kurier 18.8.2008.

Weitere Informationen:
Glossarbeitrag "Euthanasie" / Zwangssterilisation