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Günther Scheige, *1921

DEPORTIERT 1942
ERMORDET IN AUSCHWITZ


Hamburger Straße 10
Bremen-Östliche Vorstadt

Verlegedatum: 03.03.2014


Hamburger Straße 10 - Weitere Stolpersteine:


Günther Scheige

Günther Scheigegeb. 24.3.1921 in Berlin

Günther Scheige war der Sohn von Harry Scheige (geb. 25.12.1891 in Dyck) und Bertha Goldschmidt (geb. 3.3.1894 in Krone a.d. Brahe). Er wuchs bei seinen Eltern in Berlin auf, sein Vater war Schneider. Die jüdische Familie lebte um 1931 in der Adalbertstraße 34 (SO 16). Weitere Einzelheiten konnten nicht ermittelt werden.

Zu einem nicht bekannten Zeitpunkt heiratete er Lotte Rosenwald (geb. 13.5.1923 Furth i.W.). Sie war die Tochter von Betty Dierks, gesch. Rosenwald, geb. Rheinfelder (geb. 1902 in Schweinfurt). Ihre Mutter war jüdischen Glaubens und in zweiter Ehe seit 1931 mit Amandus Dierks, aus Bremen, verheiratet gewesen. Mit ihnen lebte Lotte Rosenwald in der Hamburger Straße 10. Am 31.7.1940 zog sie nach Berlin. Über den Grund, warum sie ihre Mutter mit 17 Jahren verließ, können nur Vermutungen angestellt werden. Vielleicht hatte sie dort eine Anstellung gefunden. In dem Haus in Grunewald/Schmargendorf, in dem sie gemeldet war, wohnten ein Dentist und zwei Lehrerinnen.

Das junge Ehepaar lebte mit letzter bekannter Adresse in der Lothringer Straße 70 (N54 -Mitte).

Mit den Nummern 199 und 200 sind beide auf der Transportliste des 24. Osttransports verzeichnet. Sie wurden als Arbeiter eingetragen und als arbeitsfähig klassifiziert. Der Transport verließ Berlin am 9.10.1942 mit 1000 Personen in das Vernichtungslager Auschwitz. Lotte Scheige wurde vermutlich kurz nach der Ankunft ermordet. Günther Scheige erhielt die Häftlingsnummer 81369 und wurde der Maurerschule zugeteilt. Am 3.2.1943 verstarb er im Krankenblock 20.

Günther Scheiges Eltern, zuletzt wohnhaft in Berlin, Münzstraße 10, wurden mit dem 19. Osttransport, der Berlin am 31.8.1942 verließ, nach Riga deportiert. Sie wurden am 8.9. im Wald von Bikernieki ermordet.

Eine Cousine Günther Scheiges legte 1985 für ihn und für seine Ehefrau Ruth ein Gedenkblatt bei Yad Vashem an.

Verfasser:
Peter Christoffersen (2014)

Informationsquellen:
Staatsarchiv Bremen, Einwohnermeldekartei
Staatsarchiv Bremen, Akte 4,54-E433
Berliner Adressbuch (1940)
www.statistik-des-holocaust.de (Deportationslisten Berlin)
Archivum PMAB - Auschwitz
Bundesarchiv, Gedenkbuch - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945
www.yadvashem.org

Weitere Informationen:
Glossarbeitrag Auschwitz