Sie befinden sich hier | Kapitelüberschrift  Suche
Schriftgroesse verkleinern Schriftgroesse normal Schriftgroesse vergrössern
Diese Seite ausdrucken

Lisbeth Löwenstein, *1922

Deportiert 1941 Minsk
ermordert


Neuenstraße 65
Bremen-Mitte

Verlegedatum: 03.12.2015


Neuenstraße 65 - Weitere Stolpersteine:


Lisbeth Löwenstein

geb. 30.4.1922

Lisbeth Löwenstein wurde in Lavelsloh bei Nienburg geboren und war die Tochter von Louis und Jenny Löwenstein.

Am 22.6.1921 heirateten Louis Löwenstein und Henny Jabobsohn in Barenburg. Im Frühjahr 1930 zog die Familie nach Syke um in das angemietete Haus Ernst-Boden-Straße 7. Louis Löwenstein betrieb einen Viehhandel „mit Vieh aller Art“. Ostern 1932 wurde Lisbeth Löwenstein in die Mittelschule Syke aufgenommen. Ihr Bruder Herbert besuchte die örtliche Volksschule. Henny Löwenstein war Hausfrau.

Offenbar gingen die Geschäfte von Louis Löwenstein erheblich zurück, denn am 18.4.1932 musste er beim Syker Bürgermeister Befreiung vom Schulgeld für Lisbeth beantragen. Obwohl dieser Antrag abgelehnt wurde, ermöglichten ihr die Eltern weiterhin den Besuch der Mittelschule. Ostern 1936 ging sie jedoch nach der 8. Klasse mit einem Volksschulabschluss ab.

Der Viehhandel wurde Louis Löwenstein spätestens im Jahr 1937 untersagt. In einem Bürgersteuerbescheid der Stadt Syke wurde er 1939 als „Arbeiter“ registriert. Im gleichen Jahr zog die Familie nach Bremen um; ab 27.9.1939 waren die Eheleute Löwenstein und ihr Sohn Herbert in der Neuenstraße 65 gemeldet. Die Tochter Lisbeth arbeitete als Hausgehilfin bei wechselnden Arbeitgebern, doch war auch sie immer wieder - zuletzt ab 20.9.1941 - bei ihrer Familie gemeldet.

Am 18.11.1941 wurden Louis, Henny, Lisbeth und Herbert Löwenstein in das Ghetto Minsk deportiert. Dort wurden sie ermordet: sofern sie nicht den unmenschlichen Lebensbedingungen erlagen, fielen sie einer der Massenmordaktionen zum Opfer, die Ende 1942 begannen.

In Syke sind in der Ernst-Boden-Straße 7 Stolpersteine für die vier Mitglieder der Familie Löwenstein verlegt worden.

Verfasserin:
Barbara Ebeling (2015)

Informationsquellen:
StA Bremen, Einwohnermeldekarte
Es geht tatsächlich nach Minsk; Kleine Schriften des StA Bremen, Heft 21, 2. Auflage, Bremen 1992) 2001, S. 98
Rohdenburg, Günther (hrsg.) „...sind Sie für den geschlossenen Arbeitseinsatz vorgesehen...“2. Auflage, Bremen 2009, S. 208
Greve, Hermann „Stolpersteine“, Der Erinnerung einen Namen geben, Syke 2007, S. 23-25, 38-42

Weitere Informationen:
Glossarbeitrag Minsk