Biografie im Erinnerungsportal, kein Stolperstein vorhanden
Ilse Rosenbaum, *1924
1942 deportiert nach Izbica, Schicksal unbekannt
Reeder-Bischoff-Straße 58
Bremen-Vegesack
ehemalige Straßenbezeichnung: Bahnhofstraße 58
Ilse Rosenbaum
Ilse Rosenbaum wurde am 1.2.1924 als Tochter von Hedwig, geb. Liffgens (geb. 1892) und Felix Rosenbaum (geb. 1985) in Zeckendorf (Landkreis Bamberg) geboren. Sie hatte einen Bruder Walter (geb.1921) und eine Schwester Alice (geb.1929). Ihr Vater war Landwirt und Viehhändler in Zeckendorf.
Ab Dezember 1937 veränderten eine Krankheit des Vaters und die Ereignisse der Reichspogromnacht 1938 die wirtschaftliche Existenz der Familie. Felix Rosenbaum wurde verhaftet und nach Bamberg ins Gefängnis gebracht, am nächsten Tag aber wieder entlassen. Unter dem Eindruck zunehmender Gewalt gegen die jüdische Bevölkerung, plante die Familie auszuwandern. Am 15.2.1939 stellte Felix Rosenbaum einen Antrag auf Ausstellung von Reisepässen für seine Frau und seine Töchter. Ziel war Bolivien, wo bereits Verwandte lebten.
Ilse Rosenbaum ging trotz dieser Pläne am 2.2.1940 nach Bremen-Vegesack, wo sie bis zum 3.11.1941 verblieb. Dort fand sie als Hausgehilfin in der Familie von Jacob Wolff (geb. 1865) und seiner Frau Rosa (geb. 1873) im Wohn- und Geschäftshaus in der Bahnhofstraße 58 eine Anstellung. Jacob Wolff handelte mit Manufakturwaren und war der letzte Vorsteher der Synagogengemeinde Aumund. Das Ehepaar Wolff hatte eine Tochter Erna (geb. 1900), die mit Herrmann Rosenbaum verheiratet war. Dieser war mit Ilses Familie verwandt. Am 3.11.1941 ging sie wieder zurück zu ihrer Familie nach Zeckendorf, als Jacob und Rosa Wolff Ende 1941 in das „Judenhaus“ Parkstraße 1, Bremen, umziehen mussten.
Die geplante Auswanderung der Familie scheiterte. Die Gründe sind nicht bekannt. Am 22.3.1942 wurden Felix und Hedwig Rosenbaum mit ihren beiden Töchtern nach Bamberg zum Sammelplatz „Weisse Taube“ gebracht und am 24.3.1942 nach Izbica deportiert, wo sich ihre Lebensspur verliert. Das Durchgangsghetto Izbica diente als Zwischenstation auf dem Weg in die Vernichtungslager Bełzec und Sobibór.
Ilses Bruder Walter befand sich seit März 1939 in einem jüdischen Ausbildungslager in Schniebinchen, Kreis Soran, zur Vorbereitung auf ein Leben in Palästina. Mit Unterstützung von Verwandten aus Bolivien konnte er die Ausreise von Genua nach Bolivien am 21.3.1940 antreten. 1949 siedelte er von Bolivien in die USA über und verstarb dort 2006.
Die Verlegung von Stolpersteinen für die Familie Rosenbaum ist in Zeckendorf geplant.
Petra Nothaft (2025)
Informationsquellen:
StA Bremen Einwohnermeldekartei
Horn, Christa, P-Seminar, Kaiser-Heinrich-Gymnasium Bamberg, Gedenkbuch für die jüdische Bevölkerung in den ehemaligen Gemeinden Trabelsdorf, Lisberg. Heimatkundliche Blätter der Gemeinde Lisberg 2019
www.Webecho-Bamberg.de (Projekt ZeDeSch, Stand 12.10.2024)

Erinnerungsportal | Biografie


