Biografie im Erinnerungsportal, kein Stolperstein vorhanden
Helene Nathan, *1902
Flucht Niederlande, Deportiert über Westerbork nach Auschwitz 1942, ermordet
Hollerallee 43
Bremen-Schwachhausen
Helene Nathan
Helene Nathan wurde als Tochter von Joseph Nathan (geb. 1864) aus Billerbeck und Paula geb. Schreiber (geb.1868) aus Oelde am 15.3.1902 in Horstmar, Kreis Steinfurt, geboren. Sie hatte zwei Brüder, Otto (geb.1899) und Fritz (geb.1895) und eine Schwester, Ella (geb.1903). Paula Nathan, die Mutter von Helene starb 1935 in Horstmar und ist dort auf dem jüdischen Friedhof begraben. Joseph Nathan und seine Söhne Otto und Fritz waren Pferdehändler und hatten ein Textilgeschäft in Horstmar.
Helene war vom 1.11.1937-1.3.1939 bei dem Ehepaar Eduard und Selma Josephs in der Hollerallee 43, Bremen, als Hausangestellte tätig. Am 1.3.1939 wanderte sie nach Amsterdam aus und fand dort in der Rubensstraat 931 eine Arbeitsstelle. Zum Zeitpunkt ihrer Einlieferung am 15.7.1942 in das Sammellager Westerbork lebte sie in Amsterdam in der Tintorettostraat 27/II. Sie wurde am 30.9.1942 in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert und dort ermordet. Ihr Todesdatum ist nicht bekannt.
Joseph Nathan wurde 1941 mit seiner Tochter Ella über Münster in das Ghetto Riga deportiert, wo er ermordet wurde. Ella überlebte die Räumung des Ghettos Riga und wurde in das KZ Stutthof verlegt, wo sie am 23.4.1944 ermordet wurde. Sohn Otto floh nach Großbritannien, Sohn Fritz in die USA.
In Horstmar wurden für Joseph Nathan und seine Kinder Stolpersteine verlegt.
Petra Nothaft (2025)
Informationsquellen:
StA Bremen Einwohnermeldekartei
Vossenberg, Anna-Maria: „Solltet Ihr einmal längere Zeit nichts von uns hören, so beunruhigt Euch
nicht“, Das Schicksal der jüdischen Familien aus Horstmar, Horstmar 2020
Westendorf, Dieter und Hans-Jochen (Hrsg): Schicksale der Jüdischen Coesfelder zwischen Bedrohung und Ermordung, 2013
Weitere Informationen:
Glossarbeitrag Westerbork
Glossarbeitrag Auschwitz

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