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Biografie im Erinnerungsportal, kein Stolperstein vorhanden

Thekla Katz, *1908

1941 Deportation Ghetto Riga, ermordet


Frühlingstraße 12
Bremen-Mitte

Thekla Katz


Thekla Katz wurde als Tochter von Jette, geb. Haas (geb. 1873), und Julius Katz (geb. 1874) am 29.8.1908 in Warburg geboren. Sie hatte eine Schwester Senta, geb.3.6.1910 in Paderborn, und einen Bruder Max. Thekla Katz war als Haustochter/Hausgehilfin, vermutlich in Kurzanstellungen, tätig. Sie wechselte häufig ihren Wohnsitz und blieb unverheiratet.

Vom März 1936 bis 15.7.1936 war Thekla Katz von Hamburg kommend in Bremen in der Meterstraße 25 (heute: Langemarckstraße) bei der weit verzweigten Familie Grünberg gemeldet. Bis 15.12.1936 lebte/arbeitete sie bei Familie Schay am Osterdeich 171. Emilie Schay geb. Dosmar und Walter Schay wanderten am 2.8. 1938 nach Südrhodesien (heute Simbabwe) aus.

Ein weiterer Umzug von Thekla Katz erfolgte vom 15.12.1936 bis 30.4.1937 zur Familie Oswald in die Frühlingsstraße 12. Ludwig Oswald führte ein sehr erfolgreiches Zucht-und Milchviehhandelsgeschäft. Die Oswalds hatten fünf Kinder.

Thekla Katz zog am 30.4.37 nach Hannover an den Engebosteler Damm 43 und am 13.12.1938 zur Schwester Senta nach Verden, Große Straße 43. Senta Katz hatte 1935 den in Verden geborenen Kaufmann Max Löwenstein (1903) geheiratet und war zu ihm nach Verden gezogen. Der Vater von Max Löwenstern war Gründer eines der angesehensten Textilgeschäfte Verdens und Max übernahm mit einem seiner Brüder das Geschäft. Ihre Kinder Eva und Manfred wurden 1936 und 1938 geboren.

Die Mutter von Senta und Thekla, Jette Katz, zog in den letzten Wochen vor ihrem Tod zur Tochter Senta nach Verden. Sie verstarb kurz vor ihrer Deportation nach Minsk.

Am 17.5.1939 siedelte Thekla Katz wiederum nach Hannover um. Anfang September 1941 mussten etwa 1.2oo jüdische Einwohner Hannovers ihre bisherigen Wohnungen verlassen. So auch Thekla Katz: Sie wurde am 4.9.1941 in das "Judenhaus" Dieterichstraße 28 als "Aktion Lauterbach" zwangsumgesiedelt.

Von dort wurde sie mit 33 Jahren am 15.12.1941 in das Ghetto Riga deportiert und ermordet.

Ihre Schwester Senta und Max Löwenstein wurden mit ihren Kindern am 14.11.1941 in das Ghetto Minsk deportiert. Ihre fünf und drei Jahre alten Kindern gehörten zu den insgesamt 63 aus der Region Bremen verschleppten Kindern, die in Minsk ihr Leben verloren.

In Verden, am ehemaligen Haus-und Geschäftshaus der Löwensteins Große Straße 43, wurden vier Stolpersteine für Max, Senta, Eva und Manfred Löwenstern verlegt.

Für Thekla Katz wird in Bremen kein Stolperstein verlegt, da ihr letzter Wohnort in Hannover war.

Petra Nothaft (2026)

Informationsquellen:
StA Bremen Einwohnermeldedatei
Schröter, Werner/Woock, Joachim: Stolpersteine Verden; Verein für Regionalgeschichte Verden e.V. 2009
www.spurenimvest.de
www.doz20-verden.de