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Zallel Margulies, *1872

deportiert 1942 nach Theresienstadt
tot 29.8.1942


Admiralstr. 126
Bremen-Findorff

Zallel Margulies

geb. 16.10.1872 in Skalat

Zallel (Bezallel) Margulies heiratete am 17.1.1893 Debora Liebster. Noch in Skalat/Polen wurden ihre drei Kinder geboren: Anna (geb. 1895), Schmiel Bernhard (geb. 1900) und Paula (geb. 1907). Seit dem 27.2.1913 sind Zallel Margulies und seine Familie in Bremen polizeilich gemeldet. Vom 22.5.1914 bis zum 12.9.1939 wohnten sie in der Admiralstraße 126. Danach zog das Ehepaar gezwungenermaßen in das Jüdische Altersheim in der Gröpelinger Heerstraße 167.

Zallel Margulies soll ein strenggläubiger Mann gewesen sein, der in der Gemeinde als geistige Autorität hoch angesehen war. Bei der Firma Mißler Auswandererhallen in Findorff (Hemmstraße, Ecke Walsroder Straße) war er bis etwa 1930 als Aufseher tätig. In seiner Verantwortung lag besonders die Überwachung der Herstellung der koscheren Verpflegung (entsprechend den Speisegeboten der jüdischen Religion) für die jüdischen Auswanderer. Daneben war er auch als Dolmetscher für polnische Auswanderer tätig. Außerdem arbeitete er als Sekretär des Hilfsvereins der deutschen Juden. Sein Name ist in der Gemeindeliste von 1928 aufgeführt.

Zallel Margulies wurde am 23.7.1942 nach Theresienstadt deportiert und erlag dort am 29.8.1942 den Entbehrungen. Nach der Todesfallanzeige starb er an Herzlähmung aufgrund von Altersschwäche.

Seine Ehefrau Debora Margulies verstarb am 21.11.1941 im Jüdischen Altersheim.

Der Sohn Bernhard wanderte 1933 nach Paris aus, überlebte dort die Besatzungszeit und verblieb anschließend dort.

Die Tochter Paula war mit Josef David Halbersberg (geb. 1899 in Lublin) verheiratet. Sie wanderten nach Antwerpen aus. Paula verstarb dort am 3.4.1939. Ihr Ehemann wurde am 15.1.1943 aus dem Sammellager Mechelen/Malines nach Auschwitz deportiert, wo er ermordet wurde. Die Töchter Rita (geb. 1931) und Susanne (geb. 1934) konnten nach Israel emigrieren. Susanne ist dort am 28.8.1957 verstorben.

Die Tochter Anna, verheiratete Auerbach, floh mit ihrer Familie am 27.10.1940 über Wien nach Jugoslawien. Dort verliert sich ihre Spur.


Verfasser:
Dr. Peter Zimmermann (2011)

Informationsquellen:
Staatsarchiv Bremen, Akte 4,54-E10597
Todesfallanzeige Ghetto Theresienstadt

Weitere Informationen:
Glossarbeitrag Theresienstadt