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Max Löwenhardt, *1876

deportiert 1941
ermordet in Minsk


Donaustr. 59
Bremen-Neustadt


Donaustr. 59 - Weitere Stolpersteine:


Max Löwenhardt

geb. 16.6.1876 in Oberhemer, Krs. Iserlohn

Max Löwenhardt besuchte in seinem Heimatort die Volks- und Realschule. Im Anschluss daran machte er eine kaufmännische Lehre. Am 8.1.1901 heiratete er Henriette Philipps (geb. 20.1.1879 in Sterkrade). Sie hatten zwei Kinder: am 31.1.1908 wurde ihr Sohn Julius in Duisburg und am 19.02.1904 ihr Sohn Leo in Essen geboren.

Ab 1911 lebte die Familie in Bremen. Max Löwenhardt war bei der Bremer Firma Heymann & Neumann in der Obernstraße als Chefexpeditient beschäftigt. Sie war eines der größten und bekanntesten jüdischen Warenhäuser in Bremen. Ab 1932 war er Leiter der Versandabteilung in der Firma Rudolf Karstadt in Bremen, bis er im Mai 1933 entlassen wurde. Er fand keine neue Arbeit mehr und ging im Juli 1936 sechzigjährig in Rente.

In der Donaustraße 59 kauften die Löwenhardts ein Haus mit einer Vier-Zimmer-Wohnung. Sie hatten gute Kontakte zur Nachbarschaft, die ihnen riet, Deutschland zu verlassen. Obwohl sie schon sehr früh Diskriminierungen erlebten, lehnten sie dies ab. "Wir sind alt, wohin sollen wir noch gehen? Hier ist unser Zuhause und wir haben niemandem etwas getan. Es wird schon nichts passieren." 1938 mussten sie ihr Haus zwangsweise verkaufen, konnten aber noch darin wohnen bleiben.

In der Nacht des 17.11.1941 wurden sie „evakuiert“. Die Nachbarn fanden am nächsten Morgen die Möbel der Familie auf dem Trottoir vor. Am 18.11.1941 wurden Max und Henriette Löwenhardt von Bremen aus in das Ghetto Minsk deportiert. Dort wurden sie ermordet: sofern sie nicht den unmenschlichen Lebensbedingungen im Ghetto erlagen, fielen sie einer der Massenmordaktionen zum Opfer, die Ende Juli 1942 begannen. Auch ihr Sohn Leo, die Schwiegertochter Hildegard und die beiden Enkel wurden am selben Tag nach Minsk deportiert und dort ermordet. Der Sohn Julius überlebte die Shoa, er war nach Palästina ausgewandert und nahm dort den Namen Jacoov Yev Ariman an.


Verfasserin:
Edith Laudowicz (2012)

Informationsquellen:
Staatsarchiv Bremen, Akten 4,54-E10241, 4,54-E10242
Eine Straße im Fluss der Zeit, 100 Jahre Donaustraße, 1906 - 2006, Bremen 2006
Spuren jüdischen Lebens in Bremen, Flyer o.J.

Weitere Informationen:
Glossarbeitrag "Arisierung"
Glossarbeitrag Minsk