Sie befinden sich hier | Kapitelüberschrift  Suche
Schriftgroesse verkleinern Schriftgroesse normal Schriftgroesse vergrössern
Diese Seite ausdrucken

Dorothee Balmes, geb. Meinecke, *1889

eingewiesen 26.8.1942 in die "Heilanstalt" Uchtspringe
ermordet 13.11.1944


Fleetrade 62
Bremen-Hemelingen

Dorothee Balmes

geb. 3.5.1889 in Bremen

Dorothee Balmes war verheiratet und Mutter eines Sohnes. Im April 1935 wurde sie wegen „Beeinträchtigungsideen und Wahnvorstellungen“ in die Bremer Nervenklinik eingewiesen.

Über ihr Leben bis zu diesem Zeitpunkt und auch über die Zeit in der Bremer Klinik gibt es kaum Informationen, da die Krankenblätter nicht erhalten geblieben sind. Anfragen des Ehemannes an die Klinikleitung, seine Frau versuchsweise zu entlassen, lehnten die Ärzte ab. Am 26.8.1942 brachte man Dorothee Balmes dann zusammen mit 39 weiteren „Langzeitpatientinnen“ von Bremen in die "Landesheilanstalt" Uchtspringe bei Stendal.

Ende 1944 hatte der Leiter der Uchtspringer Anstalt Dr. Ernst Beese nach Rückkehr von einer Besprechung in Berlin erklärt, dass der Reichsausschuss ihm den Auftrag erteilt habe, erwachsene Geisteskranke zu „euthanasieren“. In einem Nachkriegsprozess sagte die Uchtspringer Ärztin Dr. Hildegard Wesse (geb. 1911) aus, sie habe daraufhin selbst die Tötung von dreißig Frauen übernommen, „um Schlimmeres zu verhüten“. Genau zu dieser Zeit, am 13.11.1944, starb die 55jährige Dorothee Balmes. In der Krankenakte hatte Dr. Wesse als offizielle Todesursache eine „Sepsis“ angegeben.


Verfasserin:
Gerda Engelbracht (2011)

Informationsquellen:
Archiv Fachkrankenhaus Uchtspringe, Krankenakte
Kriemhild Synder, Die Landesheilanstalt Uchtspringe und ihre Verstrickung in nationalsozialistische Verbrechen. In: Hoffmann, Ute (Hg.), Psychiatrie des Todes. NS-Zwangssterilisation und „Euthanasie“ im Freistaat Anhalt und in der Provinz Sachsen, Magdeburg 2001

Weitere Informationen:
Glossarbeitrag "Euthanasie" / Zwangssterilisation
Glossarbeitrag "Heilanstalten"