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Helene Duchowny, geb. Kümmel, *1889

deportiert 1941
ermordet in Minsk


Herbststr. 80
Bremen-Findorff


Herbststr. 80 - Weitere Stolpersteine:


Helene Duchowny

geb. 2.2.1889 in Galizien

Helene Duchowny, geb. Kümmel, war verheiratet mit Meilech Leib, genannt Leo Duchowny. Das Ehepaar zog 1913 nach Bremen. Beide erwarben die deutsche Staatsangehörigkeit.

Helene Duchowny brachte zwei Kinder zur Welt.

Die Tochter Hermine, genannt Emmi, geb am 22.8.1914 in Bremen, erlernte den Beruf der Putzmacherin, emigrierte in die USA und heiratete dort 1938 Oskar Edelstein.

Der Sohn Siegmund Duchowny, geboren am 26.2.1916 in Bremen, erlernte den Mechanikerberuf. Er wanderte 1938 nach Argentinien aus.

Helene Duchowny und ihre Familie bewohnten in der Herbststraße 80 in Findorff eine 4-Zimmer-Wohung in der 1. Etage, die gutbürgerlich eingerichtet gewesen sein soll. Bei dem 1939 erzwungenen Umzug in das „Judenhaus“ Kohlhöker Straße 6 mussten Duchownys die Einrichtung weit unter Wert verkaufen.

Der Ehemann Leo arbeitete als Kaufmann - bis zu seiner Entlassung aus „rassischen“ Gründen - bei der Firma Francke-Werke AG Bremen. Er war nach seiner Entlassung als Inkassant für die Israelitische Gemeinde Bremen tätig und wurde prozentual an den eingenommenen Gebühren beteiligt. In der Reichspogromnacht wurde er am 10.11.1938 verhaftet, in das KZ Sachsenhausen deportiert und erst Anfang 1939 wieder entlassen.

Im Jahr 1939 mussten Helene und Leo Duchowny ihre Wohnung in der Herbststraße 80 aufgeben und in eines der Bremer „Judenhäuser“ umziehen. Sie lebten nun im Haus Kohlhökerstraße 6, das insgesamt 14 Erwachsenen und einem Kind als letzte Unterkunft vor ihrer Deportation diente. Sie alle wurden am 18.11.1941 in das Ghetto Minsk deportiert.

Helene und Leo Duchowny wurden am 1.2.1957 durch das Amtsgericht Bremen für tot erklärt.

Verfasser:
Dr. Peter F. Zimmermann (2011)

Informationsquellen:
Staatsarchiv Bremen, Akte 4,54-E10470

Weitere Informationen:
Glossarbeitrag Israelitische Gemeinde Bremen
Glossarbeitrag "Judenhäuser"
Glossarbeitrag Minsk