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Richard Förster, *1887

deportiert 10.7.1940 KZ Mauthausen
tot 10.11.1940


Liegnitzstr. 39
Bremen-Gröpelingen

Richard Förster

geb. 20.2.1887 in Alt-Tschau

Richard Förster verbrachte Kindheit und Jugend bei einem kinderlosen Onkel. Nach dem Besuch der Volksschule machte er eine Drechslerlehre.1913 zog er nach Bremen und arbeitete auf der Werft AG Weser, bevor er sich 1922 als Modelldrechsler selbständig machte.

1914 hatte er Sophie Bormann, geb. 5.2.1895 in Bremen, geheiratet. Die Ehe blieb kinderlos.

Das Ehepaar besaß ein Dreifamilienhaus in der Liegnitzstraße 39.

Richard Förster war zunächst SPD-Mitglied, trat dann aber 1919 in die KPD ein. Er war ein glühender Anhänger der kommunistischen Ideen, weswegen er sich in den 1920er Jahren zeitweilig in Russland aufhielt. Zeugen im späteren Prozess gegen ihn sprachen von ihm als einem Idealisten und wahrhaften Menschen, der gegenüber Vertretern anderer Ansicht und Überzeugung durchaus tolerant war; sie stellten ihm einen guten Leumund aus.

Am 10.11.1932 wurde Richard Förster wegen eines Sprengstoffattentats vom Schwurgericht Bremen zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt. Er hatte die Bombe(n) hergestellt. Er galt als Haupttäter bei dem Attentat, bei dem ein Polizist getötet wurde, obwohl er bei der Ausführung des gegen die SA gerichteten Attentats nicht anwesend war.

Nach Verbüßung seiner Strafe im Zuchthaus Bremen-Oslebshausen wurde er sofort - am 10.7.1940 - in „Schutzhaft“ genommen und ins KZ Mauthausen überstellt.
Er starb dort am 10.11.1940 (nach anderen Angaben bereits am 10.9.1940). Die offizielle Todesursache lautete „Herzschwäche“.

Verfasser:
Raimund Gäbelein/Barbara Ebeling (2011)

Informationsquellen:
Staatsarchiv Bremen, Akte 4,54-E375
Raimund Gäbelein, Zwei Stolpersteine in Gröpelingen, in: „Der Bremer Antifaschist“, September 2009
Willy Hundertmark/Jakob Pfarr (Hrsg.), Antifaschistischer Widerstand 1933-1945 in Bremen, Bremen 1974

Weitere Informationen:
Glossarbeitrag Politisch Verfolgte
Glossarbeitrag "Schutzhaft"
Glossarbeitrag Haftstätten in Bremen