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Curt de Jonge, *1902

deportiert 1941
ermordet in Minsk


Rüdesheimer Str. 37
Bremen-Neustadt


Rüdesheimer Str. 37 - Weitere Stolpersteine:


Curt de Jonge

geb. 18.4.1902 in Weener/Ostfriesland

Curt de Jonge hatte nach der Volksschule im väterlichen Betrieb in Weener eine Ausbildung als Viehhändler erhalten. Seit 1927 war er in Bremen gemeldet und als Viehhändler in der Firma Max Ginsberg tätig. Am 24.8.1938 heiratete er in Hannover Elvira Ferche (geb. 3.4.1918 in Halle). Die Ehe blieb kinderlos.

Als Max Ginsberg sein Geschäft aufgrund des Gewerbeverbots für jüdische Viehhändler schließen musste, ging Curt de Jonge nach Nienburg/Weser , wo er im landwirtschaftlichen Betrieb von Martin Cohn arbeitete. Das Ehepaar de Jonge blieb aber weiterhin in Bremen gemeldet. Als auch Martin Cohn aufgrund seiner jüdischen Herkunft seinen Betrieb einstellen musste, kehrte Curt de Jonge nach Bremen zurück. Bis zum 1.7.1937 konnte er hier noch als selbständiger Viehhändler tätig sein, danach wurde er zu „Notstandsarbeiten“ eingesetzt.

Das Ehepaar wohnte von Juli 1939 bis September 1941 in der Pension Rosenbaum am Bahnhofsplatz 16, der einzigen Pension in Bremen, die in jüdischer Hand war und in der jüdische Menschen als Gäste zugelassen waren. Die letzten Wochen bis zu ihrer Deportation im November 1941 waren sie zwangsweise im „Judenhaus“ in der Elsasser Straße 114 untergebracht.

Am 18.11.1941 wurde das Ehepaar de Jonge nach Minsk deportiert. Dort wurden sie ermordet: sofern sie nicht den unmenschlichen Lebensbedingungen im Ghetto erlagen, fielen sie einer der Massenmordaktionen, die Ende Juli 1942 begannen, zum Opfer."


Verfasserin:
Edith Laudowicz (2013)

Informationsquellen:
Staatsarchiv Bremen, Akte 4,54-E10773

Weitere Informationen:
Glossarbeitrag "Judenhäuser"
Glossarbeitrag Minsk