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Siegfried Polak, *1903

deportiert 1941
ermordet in Minsk


Yorckstr. 86
Bremen-Neustadt


Yorckstr. 86 - Weitere Stolpersteine:


Siegfried Polak

geb. 21.9.1903 in Oldersum/Norden

Siegfried Hermann Polak war der Sohn von Carl Polak (geb. 1901 in Oldersum) und dessen Ehefrau Adele Polak, geb. Goldschmidt (geb. 1870 in Hamburg). Er war 1927 mit seiner Mutter (verwitwet seit 1915) und seinen beiden Brüdern aus Oldersum nach Bremen gezogen. Ab 1932 war er als Viehhändler in Bremen tätig.

Bis zu seiner Eheschließung am 29.3.1940 mit Gisela Kornblum (geb. 23.9.1905 in Wilhelmshaven) wohnte Siegfried Polak bei seiner Mutter in der Graudenzer Straße 45. Er zog dann zu seiner Ehefrau in die Yorckstraße 86.

Am 8.8.1938 wurde Siegfried Polak die Gewerbeerlaubnis entzogen. Die zahlreichen jüdischen Viehhändler waren vielen nichtjüdischen Kollegen eine unliebsame Konkurrenz. Am 14.9.1933 schrieb der Bremer Schlachthofdirektor Rohdenburg an den zuständigen Senatskommissar Vagts: "Die jüdischen Viehhändler sind der Krebsschaden der Landwirtschaft." Sie seien auszuschalten, nicht nur vom Schlachthofbetrieb, "sondern überhaupt". Erich Vagts sprach daraufhin ein Schlachthofverbot für jüdische Viehhändler aus.

Am 18.11.1941 wurden Siegfried und Gisela Polak von Bremen aus in das Ghetto Minsk deportiert. Dort wurden sie, sein Bruder Carl, seine Mutter Adele und seine Tante Therese ermordet: sofern sie nicht den unmenschlichen Lebensbedingungen im Ghetto erlagen, fielen sie einer der Massenmordaktionen, die Ende Juli 1942 begannen, zum Opfer.


Verfasserin:
Edith Laudowicz (2012)

Informationsquellen:
Staatsarchiv Bremen Akte 4,54-E11447 Siegfried Polak
Mut zum Erinnern - Gegen das Vergessen, Klaus Wedemeier, Bremen 1994
epaper.weser-kurier.de/data/20100128/.../008_28_Jan_WKH_HP_08.pdf
www.online-ofb.de/

Weitere Informationen:
Glossarbeitrag Minsk