Sie befinden sich hier | Kapitelüberschrift  Suche
Schriftgroesse verkleinern Schriftgroesse normal Schriftgroesse vergrössern
Diese Seite ausdrucken

Max Kossel, *1907

verhaftet 1940 KZ Dachau
tot 21.10.1940 Mauthausen


Dijonstraße 17
Bremen-Schwachhausen

Max Kossel

geb. 3.4.1907 in Bremen

Max Kossel war der Sohn des Bauunternehmers Paul Kossel und seiner Ehefrau Katharine (Käte), geb. Maibaum, geb. 10.11.1881 in Hildesheim. Sie hatten am 19.5.1904 die Ehe geschlossen und außer Max noch zwei weitere Kinder: Paul Heinz und Marlo (König). Familie Kossel wohnte in der Dijonstraße 17.

Der Sohn Max, der eine kaufmännische Ausbildung erhalten hatte, arbeitete im väterlichen Betrieb (Baufirma Kossel & Co.).

Aufgrund seiner homosexuellen Veranlagung erhielt er 1936 eine Anzeige. Er wurde zu 100 Mark Geldstrafe und 20 Tagen Haft verurteilt und war damit nach §175 StGB vorbestraft.

Am 11.3.1939 meldete er sich zwar zunächst nach London ab, aber er zog nach Salzburg, wo er eine Pension betrieb. Bei einer Hausdurchsuchung wurde hier 1940 ein Brief entdeckt, den er an einen Berliner Freund geschrieben, aber nicht abgesandt hatte. Darin bedauerte er, dass das Attentat von Georg Elser in München gegen Hitler nicht geklappt habe, und er gab der Hoffnung Ausdruck, dass das nächste Attentat erfolgreich verlaufen werde. Ferner äußerte er sich abfällig zu „Nazigrößen“ und den „Kühen“ vom Bund Deutscher Mädchen (BDM). Am 6.1.1940 wurde er in Salzburg wegen Vergehens gegen das Heimtückegesetz sowie wegen des Verdachts widernatürlicher Unzucht verhaftet. Bis März 1940 blieb er in Untersuchungshaft und vom 8.3.1940 bis 23.5.1940 in „Schutzhaft“ in Salzburg. Das Verfahren gegen ihn wurde eingestellt, weil eindeutige Beweise fehlten. Dennoch wurde er am 24.5.1940 in das KZ Dachau überstellt. Von höherer Stelle erhielt der Rechtsanwalt von Max Kossel die Zusage, dass dieser in absehbarer Zeit entlassen werde, aber vor dem in Aussicht gestellten Termin erhielten die Eltern die Nachricht, dass er am 21.10.1940 im KZ Mauthausen verstorben sei - angeblich aufgrund einer Sepsis.

Verfasserinnen:
Christiane Rodde/Dr. Barbara Johr

Informationsquellen:
Staatsarchiv Bremen, Akte 4,54-E4510

Weitere Informationen:
Glossarbeitrag Verfolgung Homosexueller
Glossarbeitrag "Schutzhaft"