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Samuel Weintraub, *1889

deportiert 1942 Theresienstadt
1943 Auschwitz ermordet


Geeren 26
Bremen-Mitte

Verlegedatum: 07.06.2012

Samuel Weintraub

Samuel Weintraubgeb. 10.10.1889 in Krakau

Samuel Weintraub war der Sohn von Moses Weintraub (verstorben vor 1904) und Henni Rebecca Weintraub, geb. Wirza (geb. 1856 in Dzialoschie), die am 30.1.1942 im jüdischen Altersheim in Bremen verstarb. Er muss schon als Kind nach Bremen zeitweise gekommen sein, da er hier bis 1897 gemeldet war. Ab dem 2.8.1904, aus Berlin kommend, war er erneut in Bremen, Geeren 26, gemeldet. Seine polnische Staatsangehörigkeit wurde anulliert, das Ausländer Amt führte ihn ab Januar 1939 als staatenlos. Er war ledig. Am 24.9.1941 zog er in das jüdische Altersheim, Gröpelinger Heerstraße 167. Samuel Weintraub war taubstumm.

Sein erlernter Beruf war Holzbildhauer. Ab 1922 übernahm er jedoch das Gewerbe seiner Mutter, Handel mit Knochen, Lumpen, Fellen, alten Metallen u. Säcken. 1924 bekam er zusätzlich die Erlaubnis zum Handel mit unedlen Metallen. Zeitweise arbeitete er auch als
Sackgroßhändler. Zwischen 1930 und 1931 hatte er zusätzlich einen Handel mit Spargel angemeldet. Ab Herbst 1938 wurde er seiner Existenzmöglichkeiten beraubt.

Am 13.9.1938 wandte er sich deswegen an den Senat: "Wie mir gesagt wurde, müssen alle jüdischen Gewerbetreibenden, die im Besitze eines Gewerbeerlaubnisses sind, zum 30. Sept. d. Mts. ihren Betrieb einstellen. Da ich aber taubstumm bin und als einziger Mensch meine 82jährige Mutter zu ernähren habe, richte ich an den hohen Senat das Gesuch um Bewilligung der Verlängerung der polizeilichen Gewerbebescheinigung. Ich bin Sackaufkäufer und bin bis jetzt meinen Verpflichtungen strengstens nachgekommen. Bitte um eine gütige Antwort. Gehorsamst , S.Weintraub, Bremen, Geeren 26". Am 15.9. erhielt er von der Inneren Verwaltung bereits Antwort: "Betr.: Erteilung einer neuen Reiselegitimationskarte. Ihr oben genanntes Gesuch vom 13.9.1938 muss abgelehnt werden. ..."

Samuel Weintraub wurde am 23.7.1942 mit 164 weiteren Personen aus Bremen nach Theresienstadt deportiert. Das Jüdische Altersheim in Gröpelingen wurde hierfür restlos geräumt. Am 6.9.1943 wurde er weiter von Theresienstadt nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.


Verfasser:
Peter Christoffersen (2012)

Informationsquellen:
Staatsarchiv Bremen, Akte 4,54-E4041, Einwohnermeldekarte
www.holocaust.cz
Adressbuch Bremen 1904

Weitere Informationen:
Glossarbeitrag Theresienstadt
Glossarbeitrag Auschwitz