Sie befinden sich hier | Kapitelüberschrift  Suche
Schriftgroesse verkleinern Schriftgroesse normal Schriftgroesse vergrössern
Diese Seite ausdrucken

Diedrich Gereke, *1879

VERHAFTET 17.6.1938, AKTION „ARBEITSSCHEU REICH“, Sachsenhausen
TOT 22.12.1938


Rohrstraße/gegenüber Rohrstr. 39/rückstg. Beilkenstr. 9
Bremen-Vegesack
ehemalige Straßenbezeichnung: Rohrstraße 38

Verlegedatum: 27.09.2012

Diedrich Gereke

Diedrich Gerekegeb. 2.4.1879 in Vegesack

Diedrich Gereke besuchte die Volksschule und machte im Anschluss eine Ausbildung zum kaufmännischen Angestellten bei der Fa. Bischoff. Er fand nach dem Abschluss der Lehre einen Arbeitsplatz bei der Argo-Werft.

Er heiratete Louise Wilhelmine Holm (geb. 1891). Aus der Ehe gingen fünf Kinder hervor: Marie-Luise (geb. 22.9.1923), Dietrich (geb. 9.12.1924), Karla (geb. 9.3.1926), Hanna (geb. 25.2.1928) und Hildegard (geb. 25.2.1931). Die Familie wohnte in Vegesack zunächst in der Poststraße 30 und zog 1934 in die Rohrstraße 38. Das Haus gehörte dem Produktenhändler Levi Herz.

Diedrich Gereke war Epileptiker und Alkoholiker. Aufgrund seiner Erkrankung verlor er immer öfter seine Arbeitsstelle. 1935 starb seine Ehefrau, er blieb mit den Kindern (vier - zwölf Jahre) allein. Seine Trunksucht verstärkte sich, ihm wurden die Kinder entzogen und bei verschiedenen Pflegeeltern in Drebber, Landkreis Diepholz, untergebracht. Er erhielt Fürsorgeunterstützung und wurde zu sog. Fürsorgepflichtarbeiten von der Gemeinde herangezogen. Noch in einer Bescheinigung von 1958 wurde er als "arbeitsscheu" bezeichnet.

Er war gezwungen, 1937 die Wohnung in der Rohrstraße aufzugeben und bezog ein Zimmer in der Kirchenstraße 32/33. Dort wohnte er von 1937-1938. Die Vermieterin bestätigte, dass er sehr kränklich war, Anfälle bekam und kaum arbeiten konnte. Er sei ein anständiger Mensch gewesen.

Im Zuge der Aktion "Arbeitsscheu Reich" wurde er am 17.6.1938 verhaftet und in das KZ Sachsenhausen eingeliefert. Dort verstarb er am 22.12.1938.
Dem Bruder wurde in einem Telegramm vom Lagerkommandanten mitgeteilt, dass er an einem Schlaganfall verstorben sei.


Verfasserin:
Wiltrud Ahlers (2012)

Informationsquellen:
Staatsarchiv Bremen, Akte 4,54-E10814
Archiv Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen, Oranienburg

Abbildungsnachweis: Privatbesitz

Weitere Informationen:
Glossarbeitrag Aktion "Arbeitsscheu Reich"
Glossarbeitrag Sachsenhausen