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Friedrich Kennemann, *1890

KZ Neuengamme
ermordet 26.2.1945


Breitenweg/oberhalb von Breitenweg 59
Bremen-Mitte
ehemalige Straßenbezeichnung: Roßstr. 20

Friedrich Kennemann

geb. 13.6.1890 in Erlangen

Friedrich Kennemann wurde als eines von sechs Geschwistern in Erlangen geboren. Nach dem Besuch der Real- und Oberrealschule, die er mit Abschluss der Unterprimareife verließ, erlernte er den Beruf des Kellners. Von 1911 bis 1921 war er verheiratet. Sein letzter frei gewählter Wohnsitz war in der Rosstraße 20 in Bremen.

Aufgrund seiner gleichgeschlechtlichen Veranlagung wurde er einmal wegen tätlicher Beleidigung zu sechs Wochen Gefängnis verurteilt. 1938 gehörte er zu den zahlreichen Homosexuellen, deren Namen der Strichjunge Theodor Gehring als ehemalige Partner der Polizei preisgab. Die beiden hatten sich 1936 in einer öffentlichen Bedürfnisanstalt kennen gelernt. Weiter kam es 1938 noch einmal zu „unsittlichen Handlungen“ zwischen ihnen.

Am 21.12.1942 wurde Friedrich Kennemann vom Landgericht Bremen wegen „Sittenverbrechen“ zu einem Jahr und sechs Monaten Haft verurteilt. Die Strafe verbüßte er ab 23.12.1942 bis zum 16.01.1944 im Strafgefängnis Fuhlsbüttel. Am 16.1.1944 wurde er entlassen und der Kriminalpolizeileitstelle in Bremen überstellt. Höchstwahrscheinlich wurde er von hier aus direkt in das Konzentrationslager Neuengamme verbracht, wo er die Häftlingsnummer 26891 erhielt.

Am 26.02.1945 ist Friedrich Kennemann im KZ Neuengamme ermordet worden.


Verfasser:
Peter Christoffersen (2011 - Text nach Vorlage B. Rosenkranz)

Informationsquellen:
Staatsarchiv Hamburg, 213-11 Staatsanwaltschaft Landgericht – Strafsachen, 3834/40
Staatsarchiv Hamburg, 242-1 (II) Gefängnisverwaltung II, Abl. 13 jüngere Gefangenenkartei (Männer)
Bernhard Rosenkranz (www.hamburg-auf-anderen-wegen.de)

Weitere Informationen:
Glossarbeitrag Verfolgung Homosexueller
Glossarbeitrag Neuengamme