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Helmut Sengespeick, *1909

EINGEWIESEN 8.3.1943; BREMER NERVENKLINIK; „VERLEGT“ 9.12.1943; HEILANSTALT MESERITZ
ERMORDET 30.12.1943


Zwinglistraße 51
Bremen-Walle

Verlegedatum: 20.09.2018

Helmut Sengespeick

geb. 1909

Helmut Sengespeick wurde in Kiel geboren. Sein Vater betrieb eine Glasschleiferei mit Spiegelherstellung. Nach der Volksschule absolvierte er eine Handelslehre und wurde Handlungsgehilfe. Da er keine Anstellung fand, arbeitete er im väterlichen Betrieb. Er blieb unverheiratet. Ab 1933 wurde er Mitglied im Nachrichtensturm der SA-Standarte 75, hat aber seit 1936 nicht mehr aktiv mitgewirkt.

1940 wurde er in Dr. Bennings Privatklinik in Rockwinkel aufgenommen, eine Kur schloss sich nach sechs Wochen an. In der Krankenakte wird er oft teilnahms- und initiativlos geschildert. Medikamentöse Behandlungen mit Cardiazol (medikamentöse Schockbehandlung) bewirkten eine Besserung: er habe u.a. wieder gearbeitet und mit Anderen kommuniziert. 1942 wurde er stationär in die Bremer Nervenklinik aufgenommen, u.a. mit der Diagnose Schizophrenie. Im März 1943 entwich er aus der Klinik und wurde in Verden aufgegriffen. Im Oktober desselben Jahres wurde er einer "Elektroschockkur" unterzogen, die abgebrochen wurde, da kein "Erfolg" erzielt worden war.

Nach der Bombardierung der Bremer Nervenklinik Ende November 1943 wurde er am 9.12.1943 in die Tötungsanstalt Meseritz-Obrawalde "verlegt". Seine Deportation überlebte er nur wenige Wochen. Er verstarb am 30.12.1943 angeblich an „Pneumonie bei Grippe“. Helmut Sengespeick wurde 34 Jahre alt.

Eine ausführliche Biografie mit Quellenangaben wird im Band 5 der Publikationsreihe STOLPERSTEINE IN BREMEN erscheinen (geplant Frühjahr 2019).

Verfasserin: Dr. Barbara Johr (2018)