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Gustav Lundner, *1908

ausgewiesen 1938 nach Polen
ermordet in Auschwitz


Fliederstr. 41a
Bremen-Hemelingen


Fliederstr. 41a - Weitere Stolpersteine:


Gustav Lundner

Gustav Lundnergeb. 27.5.1908 in Bremen

Gustav Lundner war sechstes Kind von Juda und Sara Lundner.

Gustav besuchte von 1914 bis 1916 die Volksschule in Sebaldsbrück, anschließend bis 1922 die jüdische Schule in Achim. Von 1922 bis 1924 ging er auf die Frischen Handelsschule in Bremen.

Seit August 1931 betrieb Juda Lundner einen Wäscheversand. Zeitweise war auch Judas ältester Sohn Salomon als Handlungsgehilfe im Betrieb beschäftigt. Gustav trat 1924 zuerst als Lehrling und dann als Angestellter in das väterliche Geschäft ein. 1935 wurde er Teilhaber der Firma. Am 1.1.1935 wurde die Firma J.W.Lundner Söhne OHG gegründet. Vater Juda Wolff und die Söhne Arnold und Gustav waren gleichberechtigte Gesellschafter.

Gustav Lundner heiratete 1936 Malka (Mally) Berenhak (geb. 1910 in Tarnobrzeg). Im elterlichen Haus Fliederstraße 41a bewohnten sie zwei große Zimmer und eine Küche. Hier wurden die Kinder Schimon (1937) und Israel (1938) geboren.

Das Haus Fliederstraße 41a wurde 1938 "arisiert".

Die Familie Gustav und Mally Lundner wurde am 28./29.10.1938 nach Polen ausgewiesen. Sie setzten alles daran, um mit ihren Kindern Schimon und Israel nach Holland auszuwandern. Aus einer eidesstattlichen Erklärung ist zu entnehmen, dass Gustav Lundner von Konsulat zu Konsulat und von Schifffahrtslinie zu Schifffahrtslinie ging, nur darauf bedacht, auswandern zu können - ohne Erfolg. Zuletzt war die Familie vom 7.7. bis 2.8.1939 wieder in der Hastedter Heerstraße 334 gemeldet. Dann wurden sie erneut nach Polen deportiert und später in Auschwitz ermordet.

Sie wurden auf den 8. 5.1945 für tot erklärt.

Juda Wolff und Sara Lundner hatten zehn Kinder und 26 Enkel. Nur die Kinder Arnold und Rosa sowie Adolf mit seiner Familie entkamen durch Flucht und überlebten. Drei Generationen mit dem Familiennamen Lundner, bestehend aus 42 Menschen, wurden ausgelöscht. Sie ließen ihre Leben in Auschwitz, Minsk, dem Ghetto Warschau sowie an unbekannt gebliebenen Orten.


Geschwister:
Salomon, geb. 1896 in Chrzánow
Isaak, geb. 1898 in Chrzánow
Jacob, geb. 1900 in Chrzánow
Berta, geb. 1903 in Chrzánow
Adolf, geb. 1908 in Bremen (überlebt)
Anna, geb. 1910 in Bremen
Regina, geb. 1912 in Bremen
Arnold, geb. 1913 in Bremen (überlebt)
Rosa, geb. 1916 in Bremen (überlebt)


Verfasser:
Bernhard Lieber/Peter Christoffersen (2011)

Informationsquellen:
Staatsarchiv Bremen
Gedenkbuch des Bundesarchivs für die Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung in Deutschland (1933-1945)

Weitere Informationen:
Glossarbeitrag Polenaktion
Glossarbeitrag Auschwitz
Glossarbeitrag "Arisierung"

Familienübersicht als PDF