Sie befinden sich hier | Kapitelüberschrift  Suche
Schriftgroesse verkleinern Schriftgroesse normal Schriftgroesse vergrössern
Diese Seite ausdrucken

Johanna Simche, *1875

deportiert 1941
ermordet in Minsk


Karl-Peters-Str. 35
Bremen-Walle
ehemalige Straßenbezeichnung: Gerhard-Rohlfs-Str. 35


Karl-Peters-Str. 35 - Weitere Stolpersteine:


Johanna Simche

geb. 18.9.1875 in Znin

Johann Simche war die ältere Schwester von Heymann Simche (Jg. 1878). Sie wurde in Znin geboren, das bis 1919 zu Westpreußen und damit zum Deutschen Reich gehörte. Nachdem dieses Gebiet als Folge des Ersten Weltkrieges an Polen fiel, wurden die Simches ausgewiesen. Sie zog am 27.8.1922 nach Bremen in die Gerhard-Rohlfs-Straße 35 (heute Karl-Peters-Straße 35) zu ihrem Bruder.

Heymann Simche betrieb im Haus Gerhard-Rohlfs-Straße 35 eine Schneiderei, in der seine Frau mitarbeitete, während Johanna Simche den Haushalt führte. Ab 1.1.1939 musste die Familie Simche ihre Schneiderei endgültig schließen, da es Juden ab diesem Zeitpunkt verboten war, ein Geschäft oder einen Betrieb zu führen.

Die Simches versuchten aus Deutschland zu fliehen. Sie verkauften am 4.5.1939 ihr Haus, in dem sie bis zur beabsichtigten Auswanderung als Mieter bleiben durften. Aus unbekannten Gründen scheiterten jedoch die Auswanderungspläne.

Am 18.11.1941 wurden Heymann Simche mit Ehefrau und Sohn sowie Johanna Simche von Bremen aus in das Ghetto Minsk deportiert. Dort wurden sie ermordet: sofern sie nicht den unmenschlichen Lebensbedingungen im Ghetto erlagen, fielen sie einer der Massenmordaktionen, die Ende Juli 1942 begannen, zum Opfer.


Verfasserin:
Nathalie Sander (2011)

Informationsquellen:
Staatsarchiv Bremen, Einwohnermeldekartei
Eckler-von Gleich/Kühne, Juden in Walle, Bremen 1990

Weitere Informationen:
Glossarbeitrag Minsk