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Max Jonas, *1881

deportiert 1942 nach Theresienstadt
ermordet in Auschwitz


Kreuzstr. 43/51
Bremen-Mitte


Kreuzstr. 43/51 - Weitere Stolpersteine:


Max Jonas

geb. 29.5.1881 in Borken

Max Jonas besuchte die israelitische Elementarschule und dann die Realschule bis zur Obertertia. Anschließend absolvierte er eine zweijährige Lehre sowie ein zweijähriges Volontariat für Viehhandel und Landwirtschaft und trat im Jahre 1901 in das elterliche Geschäft ein. Nach seiner Heirat im Jahre 1912 betrieb er auf einem gepachteten Gut in der Nähe von Bremen Viehhandel und Landwirtschaft, wobei er sich auf Milcherzeugnisse für Verbraucherzwecke spezialisierte und Kinderheime und Krankenhäuser in Bremen belieferte.

Seit dem 15.4.1906 war er in Bremen gemeldet. Während des Ersten Weltkrieges arbeitete er als Driller und Bohrer auf einer Werft. Max Jonas war außerdem vereidigter Sachverständiger für Viehhandel und Vorsitzender der Vereinigung der Viehhändler in Bremen und Umgebung. Er gehörte dem Reichsbund jüdischer Frontsoldaten an und war in der Israelitischen Gemeinde Bremen aktiv.

Seine Ehefrau Johanna Jonas, geboren am 22.10.1880 in Huckarde bei Dortmund, arbeitete im Geschäft mit und führte bei Abwesenheit ihres Ehemannes den Betrieb. Außerdem engagierte sie sich in der Sozialfürsorge und war im Jüdischen Altersheim ehrenamtlich tätig.

Das Ehepaar lebte jahrelang in gutbürgerlichen Verhältnissen und nahm am aktiv gesellschaftlichen Leben teil. Die Tochter Lotte, geboren am 31.12.1912 in Bremen, besuchte das Lyzeum. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten verschlechterte sich der Lebensstandard der Familie aufgrund der Boykottmaßnahmen erheblich, und sie musste von Erspartem und geringen Einkünften aus einer Weinvertretung leben.

Im Zuge des Novemberpogroms 1938 wurde Max Jonas verhaftet und im KZ Sachsenhausen inhaftiert. Nach seiner Entlassung am 18.1.1939 musste er Zwangsarbeit auf dem Israelitischen Friedhof leisten. Die Arbeit war so schwer, dass er erkrankte und operiert werden musste.

Die inzwischen verheiratete Tochter Lotte Rosenbaum konnte im April 1939 nach England auswandern. Ihre Eltern wurden in das „Judenhaus“ Parkstraße 1 eingewiesen.

Am 23.7.1942 wurden Max Jonas und seine Ehefrau Johanna in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Am 9.10.1944 wurden beide weiter in das Vernichtungslager Auschwitz überstellt und dort ermordet.


Verfasserin:
Barbara Ebeling (2011)

Informationsquellen:
Staatsarchiv Bremen, Akte 4,54-E4364

Weitere Informationen:
Glossarbeitrag Theresienstadt
Glossarbeitrag Auschwitz
Glossarbeitrag "Judenhäuser"