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Johanna Jonas, geb. Neugarten, *1880

deportiert 1942 nach Theresienstadt
ermordet in Auschwitz


Kreuzstr. 43/51
Bremen-Mitte


Kreuzstr. 43/51 - Weitere Stolpersteine:


Johanna Jonas

geb. 22.10.1880 in Huckarde

Johanna Jonas, geborene Neugarten, kam aus Huckarde bei Dortmund. 1912 heiratete sie Max Jonas. Sie war Handelsvertreterin und arbeitete im Geschäft ihres Ehemannes und führte den Betrieb bei seiner Abwesenheit. Außerdem engagierte sie sich in der Sozialfürsorge und war im Jüdischen Altersheim in Bremen ehrenamtlich tätig.

Max Jonas betrieb nach seiner Heirat auf einem gepachteten Gut in der Nähe von Bremen Viehhandel und Landwirtschaft, wobei er sich auf „Milcherzeugnisse für Verbraucherzwecke“ spezialisierte und Kinderheime und Krankenhäuser in Bremen belieferte.

Seit dem 15.4.1906 war er in Bremen gemeldet. Während des Ersten Weltkrieges arbeitete er als Driller und Bohrer auf einer Werft. Max Jonas war außerdem vereidigter Sachverständiger für Viehhandel und hatte den Vorsitz in der Vereinigung der Viehhändler in Bremen und Umgebung. Er gehörte dem Reichsbund jüdischer Frontsoldaten an und war in der Israelitischen Gemeinde Bremen aktiv.

Das Ehepaar lebte jahrelang in gutbürgerlichen Verhältnissen und nahm aktiv am gesellschaftlichen Leben teil. Die Tochter Lotte, geboren am 31.12.1912 in Bremen, besuchte das Lyzeum. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten verschlechterte sich der Lebensstandard der Familie aufgrund der Boykottmaßnahmen erheblich. Die Familie musste von Erspartem geringen Einkünften aus einer Weinvertretung leben.

Im Zuge des Novemberpogroms 1938 wurde Max Jonas verhaftet und im KZ Sachsenhausen inhaftiert. Nach seiner Entlassung am 18.1.1939 musste er Zwangsarbeit auf dem Israelitischen Friedhof leisten. Die Arbeit war so schwer, dass er erkrankte und operiert werden musste.

Die inzwischen verheiratete Tochter Lotte Rosenbaum konnte im April 1939 nach England auswandern. Ihre Eltern wurden in das „Judenhaus“ Parkstraße 1 eingewiesen.

Am 23.7.1942 wurden Johanna Jonas und ihr Ehemann Meyer (Max) in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Am 9.10.1944 wurden beide weiter in das Vernichtungslager Auschwitz überstellt und dort ermordet.


Verfasserin:
Barbara Ebeling (2011)

Informationsquellen:
Staatsarchiv Bremen, Akte 4,54-E4364

Weitere Informationen:
Glossarbeitrag Theresienstadt
Glossarbeitrag Auschwitz
Glossarbeitrag "Judenhäuser"