Sie befinden sich hier | Kapitelüberschrift  Suche
Schriftgroesse verkleinern Schriftgroesse normal Schriftgroesse vergrössern
Diese Seite ausdrucken

Kurt Menkel, *1920

deportiert 1941
ermordet in Minsk


Hemelinger Bahnhofstraße 16
Bremen-Hemelingen

Verlegedatum: 07.06.2012


Hemelinger Bahnhofstraße 16 - Weitere Stolpersteine:


Kurt Menkel

Kurt Menkelgeb. 31.12.1920 in Leer

Kurt Menkel war der Sohn von Walter Menkel (geb. 1890 in Lüdenscheid) und seiner Ehefrau Rosa, geb. Rosenboom (geb. 1895 in Loga). Er hatte einen Bruder: Simon Heinz (geb. 1923 in Leer). Die Einwohnermeldekarte wies ihn als Arbeiter aus.

Eine Initiative ostfriesischer Landräte führt Ende Januar 1940 zu einer Anordnung der Gestapo-Leitstelle Wilhelmshaven, wonach Juden Ostfriesland bis zum bis zum 1. April 1940 verlassen sollten. Vermutlich im Zusammenhang mit dieser Vertreibungsaktion zog die Familie Menkel im Februar 1940 nach Bremen.

Kurt lebte zunächst vom 5.2. - 2.8.1940 bei seinen Verwandten (Tante Rika Fränkel, Schwester der Mutter) in Bremen-Hemelingen in der Bahnhofstraße 16. Ab September 1940 zogen hier auch seine Eltern ein.

Zu dem Zeitpunkt war Kurt schon nicht mehr in Bremen. Er hatte sich nach Polenzwerder bei Eberswalde abgemeldet. Dort betrieb die "Jüdische Nationale Jugend" eine Hachschara-Ausbildungsstätte. Sie befand sich in einer ehemaligen Ziegelei, die 1937 von der Organisation gepachtet war, ausgebaut wurde und bis 1941 bestand. Vermutlich hat sich Kurt hier für eine Auswanderung vorbereiten lassen. Die Schließung des Gutes Polenzwerder erklärt seine Rückkehr am 14.7.1941 nach Bremen. Nach wenigen Tagen Aufenthalt bei seinen Eltern fand er eine Wohnung im Sodenstich 3, im Haus einer verwitweten Jüdin.

Am 18.11.1941 wurde die gesamte Familie Fränkel von Bremen aus in das Ghetto Minsk deportiert. Dort wurden sie - bis auf Heinz - ermordet: sofern sie nicht den unmenschlichen Lebensbedingungen im Ghetto erlagen, fielen sie einer der Massenmordaktionen, die Ende Juli 1942 begannen, zum Opfer.

Sein Bruder Heinz überlebte als einer der wenigen Opfer die Deportation nach Minsk. Er lebte später wieder in Leer und verstarb dort am 13.2.1971.


Verfasser:
Peter Christoffersen (2012)

Informationsquellen:
Staatsarchiv Bremen, Einwohnermeldekarte
www.leer.de (Shoa-pdf)
Märkische Oderzeitung vom 27.3.2008 (bei www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/9314/)

Abbildungsnachweis: Privatbesitz

Weitere Informationen:
Glossarbeitrag Minsk