Meta Siemers, geb. Viohl, *1902
EINGEWIESEN 1935 BREMER NERVENKLINIK / „VERLEGT“ 9.12.1943 HEILANSTALT MESERITZ
ERMORDET 13.12.1943
Starnberger Straße 11
Bremen-Findorff
Verlegedatum: 18.11.2019
Starnberger Straße 11 - Weitere Stolpersteine:
Meta Siemers
Meta Siemers, geb. Viohl, wurde am 22.9.1902 in Osterwede (heute Worpswede) geboren. Ihre Eltern waren Georg Viohl und seine Ehefrau Anna Gesine Viohl, geborene Viohl. Meta wurde am 19.10.1902 in der evangelischen Zionskirche in Worpswede getauft.
Sie hatte nach Angaben der Mutter neun Geschwister, von denen sechs Kinder lebend zur Welt kamen. Meta war das zweite Kind der Eheleute. Die Familie lebte zur Zeit der Geburt in Worpswede-Osterwede Nummer 12 (heute Osterweder Straße). Sie wurde in Worpswede in die Volksschule eingeschult. Nach der Schulentlassung arbeitete sie in einer Jutespinnerei.
Die Familie Viohl um 1910 nach Bremen in die Osterholzer Landstraße 51, später dann in die Starnberger Straße 11. Am 4.8.1923 heiratete Meta Viohl in Bremen den Arbeiter Max Siemers (geboren am 8.10.1900 in Ottenstein, Kreis Altona). Ihr gemeinsamer Sohn Max Georg Siemers wurde am 6.9.1925 in Bremen geboren.
Im Alter von 20 Jahren erkrankte Meta Siemers an einer Hirnhautentzündung, was zu Muskelsteifheit und zu Bewegungsstörungen führte. Die Beeinträchtigungen waren derart gravierend, dass sie bereits im Jahre 1923 die Voraussetzungen für den Bezug einer Invalidenrente erfüllte.
Am 14.11.1935 wird sie wegen angeblicher Suizidgefährdung in die Bremer Nervenklinik eingeliefert, da sie zu Hause bei Ehemann und Kind nicht mehr versorgt werden konnte. Im Verlauf des Klinikaufenthaltes verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand. Ein vom Ehemann beim Amtsgericht Bremen im Januar 1936 angestrebtes Entmündigungsverfahren, wurde abgelehnt. Am 6.11.1936 wurde ihre Ehe geschieden. Ihr Ehemann war inzwischen arbeitslos geworden.
Nach der Bombadierung der Bremer Nervenklinik Ende November 1943 wird Meta Siemers am 9.12.1943 in die Tötungsanstalt Landeskrankenanstalt Meseritz-Obrawalde (heute Polen) „verlegt“. Ihre Deportation überlebte sie nur wenige Tage und verstarb am 13.12.1943 angeblich an „Erschöpfung“. Meta Siemers wurde 41 Jahre alt.
Peter Christoffersen/Burckhard Rehage (2025)
Informationsquellen:
Archiv Klinikum Bremen-Ost, Krankenakte 17588
Kreisarchiv Landkreis Osterholz: Geburtsurkunde
StA Bremen Einwohnermeldekartei
Kirchenbücher Worpswede: Verzeichnis der Getauften 1902, Nr. 95
Christoffersen, Peter/Johr, Barbara (Hrsg.), Stolpersteine Bremen. Biografische Spurensuche Findorff/Walle/Gröpelingen, Bremen 2019
Weitere Informationen:
Glossarbeitrag "Heilanstalten"

Stolpersteine Biografie


