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Moritz Bottwin, *1874

Flucht 1938 nach Holland interniert im Lager Westerbork/deportiert 1943 nach Sobibor
ermordet 20.3.1943


Emil-Waldmann-Str. 3
Bremen-Mitte
ehemalige Straßenbezeichnung: Gartenweg 3


Emil-Waldmann-Str. 3 - Weitere Stolpersteine:


Moritz Bottwin

geb. 2.1.1874

Moritz Bottwin wurde in Lemberg geboren. Er lebte seit dem 1.8.1878 in Bremen, und sein Beruf war Makler. Am 23.9.1920 heiratete er Rosalie Platz (geb. 14.5.1871 in Zons am Rhein). Die Ehe blieb kinderlos.

Rosalies ältere Schwester Henriette Platz (geb. 26.11.1869 in Zons am Rhein) lebte mit ihnen zusammen. Ab 1.11.1937 waren außer den Familienmitgliedern Bottwin Otto Löwenstein (geb. 5.3.1865 in Affinghausen) und seine Tochter Johanne (geb. 16.9.1893 in Syke) im Gartenweg 3 (heute Emil-Waldmann-Straße 3) gemeldet. Wahrscheinlich hat Johanne Löwenstein für die Familie Bottwin als Hausgehilfin gearbeitet.

In der Reichspogromnacht 9./10.11.1938 wurde Moritz Bottwin verhaftet und in das Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert. Unmittelbar nach seiner Entlassung emigrierte er mit seiner Ehefrau und seiner Schwägerin am 27.12.1938 in die Niederlande. Sie lebten in den Orten Voorschoten und Woerden, nachweislich bis zum 2.12.1940.

Am 11.3.1943 wurden sie gemeinsam mit Henriette Platz verhaftet und im Sammel- und Durchgangslager Westerbork interniert. Von dort wurden alle drei am 17.3.1943 in das Vernichtungslager Sobibor deportiert und am 20.3.1943 ermordet .

Verfasserin: Barbara Ebeling (2015)

Informationsquellen:
StA Bremen Einwohnermeldekarte
Greve, Hermann: Stolpersteine. Der Erinnerung einen Namen geben. Informationen zu den achtzehn Syker Stolpersteinen, Syke 2007
www.communityjoodsmonument.nl
Bundesarchiv/Gedenkbuch
Archiv Kamp Westerbork, Mitteilung vom 4.11.2014

Weitere Informationen:
Glossarbeitrag Novemberpogrom
Glossarbeitrag Sachsenhausen
Glossarbeitrag Westerbork