Samuel Cohen, *1882
deportiert 1941
ermordet in Minsk
Gr. Johannisstr. 85
Bremen-Neustadt
Gr. Johannisstr. 85 - Weitere Stolpersteine:
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Samuel Cohen
Familienbiografie
Samuel Cohen
Adele Cohen, geb. Levy
Albert Cohen
Samuel Cohen (auch Sally genannt) wurde am 2.1.1882 als Sohn von Hartog Cohen und
Nettchen Löwenstein in Münster geboren.
Er war erstmals von März 1908 bis September 1914 in Bremen gemeldet und wurde
dann Soldat im Ersten Weltkrieg. Am 3.2.1920 kam er von Frankreich nach Bremen zu-
rück. Vermutlich war er in Faverelles in Kriegsgefangenschaft gewesen.
In Bremen heiratete er am 31.8.1922 die aus Rheydt stammende Adele Levy (geb.
1.10.1883), deren Eltern Josef und Karoline, geb. Katz, waren. Ihr Sohn Albert erblickte
am 10.6.1925 das Licht der Welt. Die Familie lebte in der Kantstraße 117.
Von 1924 bis 1929 war Samuel Cohen als selbständiger Polsterer, Dekorateur und Tape-
zierer tätig. Sein Geschäft befand sich in der Meterstraße 33 (im November 1937 umbe-
nannt in Langemarckstraße), 1929 wurde es abgemeldet. Gleichwohl muss er erneut
selbständig tätig gewesen sein, denn er stellte 1935 einen Antrag auf Eintragung in die
Handwerks-Rolle. Bis zu einer Entscheidung könne er sein Gewerbe weiterführen, so ein
Vermerk auf der Einwohnermeldekarte. Wie sein Gesuch beschieden wurde, ist nicht
vermerkt.
Ab 1930 wechselte das Ehepaar mehrfach die Wohnung: Von 1934 bis 1941 lebten sie in
der Ölmühlenstraße 21, ab April 1941 im „Judenhaus“ Große Johannisstraße 85.
Am 18.11.1941 wurden Samuel, Adele und Albert Cohen in das Ghetto Minsk deportiert.
Sofern sie nicht den Entbehrungen im Ghetto erlagen, wurden sie Opfer einer der Mas-
senmordaktionen, die Ende Juli 1942 begannen.
Barbara Ebeling/Edith Laudowicz
Informationsquellen:
StA Bremen 4,54-E11528, Einwohnermeldekartei
Weitere Informationen:
Glossarbeitrag "Judenhäuser"
Glossarbeitrag Minsk

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