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Henriette Herz, geb. Adler, *1874

deportiert 1942 nach Theresienstadt
ermordet in Treblinka


Gr. Johannisstr. 85
Bremen-Neustadt


Gr. Johannisstr. 85 - Weitere Stolpersteine:


Henriette Herz

geb. 5.7.1874 in Rüsselsheim

Henriette (genannt Jettchen) Herz geb. Adler heiratete 1930 den 1868 geborenen Martin Herz aus Blumenthal, dessen erste Ehefrau 1926 gestorben war. Aus der ersten Ehe waren drei Kinder hervorgegangen, zwei Söhne, Heinrich und Erich, sowie eine Tochter, Theodora (genannt Dolly).

In der Blumenstraße 49 (heute Lüder-Clüver-Straße) betrieb ihr Ehemann Martin ein Konfektions- und Schuhgeschäft, in dem Henriette und die Kinder mit arbeiteten. Die Familie wohnte hier auch und verfügte im eigenen Haus über fünf Zimmer.

Die Geschäfte liefen nach 1933 derart mäßig, dass Henriette und Martin Herz auf die Unterstützung der Söhne angewiesen waren. In der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde ihr Ehemann inhaftiert, nach Wochen kehrte er aus dem Konzentrationslager zurück. Das Geschäft und das Haus musste aufgegeben werden. Martin und Henriette Herz konnten zunächst innerhalb Blumenthals Haus Blumenstraße 26 (heute Lüder-Clüver-Straße) unterkommen, schließlich verzogen sie 1939 in das „Judenhaus“ in der Großen Johannisstraße 85 in Bremen.

Am 23.7.1942 wurde Henriette Herz mit ihrem Mann in das Ghetto Theresienstadt deportiert und von dort am 23.9.1942 weiter in das Vernichtungslager Treblinka. Dort wurden sie ermordet.

Der Sohn Heinrich heiratete 1931 und verließ das Elternhaus. Er wurde mit seiner Familie 1941 in das Ghetto Minsk deportiert und wurde dort ermordet. Dolly emigrierte 1937 nach Palästina; sie starb 1990. Der jüngste Sohn, Erich, konnte 1939 mit seiner Familie nach Ecuador fliehen.

Im Haus wohnten auch Henriettes Bruder Hermann Adler, geb. 1878 in Rüsselsheim, und seine Frau Ida geb. Denker, geb. 1876 in Göttingen. Sie verzogen 1939 zunächst nach Sandersleben, später nach Köln. Von dort wurden sie 1941 in das Ghetto Lodz deportiert, wo sie umkamen.


Verfasserin:
Wiltrud Ahlers (2011)

Informationsquellen:
Staatsarchiv Bremen Akten 4,54-E 11023 u. 4,82/1 -1/588
Einwohnermeldekarte Köln
Günther Rohdenburg / Karl-Ludwig Sommer, Erinnerungsbuch für die als Juden verfolgten Einwohner Bremens, Bremen 2006
Gedenkbuch des Bundesarchivs (Stand 2012)
http://www.holocaust.cz/de/victims/PERSON.ITI.410424

Weitere Informationen:
Glossarbeitrag "Judenhäuser"
Glossarbeitrag Theresienstadt
Glossarbeitrag Treblinka
Glossarbeitrag Minsk
Glossarbeitrag Auswanderung