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David Traum , *1923

ausgewiesen 1938 nach Polen
Schicksal unbekannt


Sebaldsbrücker Heerstr. 55
Bremen-Hemelingen


Sebaldsbrücker Heerstr. 55 - Weitere Stolpersteine:


David Traum

geb. 1.10.1923 in Bremen

Die Eltern von David Traum, Moses und Rachel Traum, übersiedelten 1913 nach Deutschland, 1914 nach Bremen. Die Familie wohnte zunächst in der Vahrer Straße 182. Moses Traum gründete in der Sebaldsbrücker Chaussee 109 eine Hemden- und Schürzenhandlung. Seine Waren vertrieb er auch auf dem Hausierweg. 1919 meldete er einen Produktenhandel ohne Lager an. Er handelte mit „Knochen, Lumpen und altem Eisen“.

Im Rahmen der Polenaktion wurde der Familie Traum am 27.10.1938 mitgeteilt, dass sie bis zum 29.10.1938 das Reichsgebiet zu verlassen hätten. Sie wurden nach Polen ausgewiesen. Dort wurden sie an einen unbekannten Ort deportiert. Über ihr weiteres Schicksal ist nichts bekannt. Sie wurden auf den 8.5.1945 für tot erklärt.

David Traums Bruder Siegmund (Schmuel) bereitete sich ab 1933 auf seine Auswanderung nach Palästina in einem Umschulungslager in Hamburg-Blankenese vor. Die Kosten für die „Alijah“ übernahm die jüdische Gemeinde. Er wanderte 1935 nach Palästina aus. Sein Sohn Yaakov hat für David, seinen Onkel, in Yad Vashem ein Gedenkblatt angelegt.

Im Haus Sebaldsbrücker Heerstraße 55, in dem Familie Traum wohnte, befand sich außerdem das Bethaus, die „Schul“, der so genannten Ostjuden. Es wurde von der in Bremen gegründeten ostjüdischen Gemeinde „Beth Hamidrasch Schomre Schabbos“ (Haus der Schabbath-Hüter) geführt.

Eltern:
Moses Traum
Rachel Traum, geb. Stark

Geschwister:
Siegmund, geb. 1914 in Lisko (überlebt)
Pinkus, geb. 1916 in Bremen
Isaak, geb. 1919 in Bremen
Markus, geb. 1921 in Bremen


Verfasser:
Peter Christoffersen (2011)

Informationsquellen:
Nach A. Dünzelmann in: Timm et.al., Hastedt, Band 4, Bremen 1990
Staatsarchiv Bremen, Akte 4,54-E10923
Yad Vashem, Database of Shoah Victims

Weitere Informationen:
Glossarbeitrag Polenaktion