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Bernd Lustgarten, *1936

DEPORTIERT 1941
ERMORDET IN MINSK


Bachstraße 75
Bremen-Neustadt

Verlegedatum: 28.09.2012


Bachstraße 75 - Weitere Stolpersteine:


Bernd Lustgarten

Bernd Lustgartengeb. 24.10.1936 in Bremen

Bernd Lustgarten war der Sohn von Wolf Lustgarten und seiner Ehefrau Ilse, geb. Berney.

Seine Eltern heirateten am 24.12.1930 in Karbach (Bayern), dem Geburtsort der Mutter. Er hatte zwei Geschwister: Ruth (geb. 1932) und Edith (geb. 1935). Seine Eltern lebten seit 1930 in Bremen.

Sein Vater war Handelsvertreter. Ab November 1932 machte er sich selbständig. Er unterhielt eine Vertretung für bedeutende Süßwarenfirmen (insbesondere Schokolade) und war dementsprechend viel auf Reisen. Seine Mutter führte in der Zeit das Büro zu Hause, sie hatte eine Ausbildung als Buchhalterin. Mit der zwangsweisen Abmeldung der Handelsvertretung am 30.12.1938 wurde das Ehepaar seiner Existenzmöglichkeit beraubt. Im Zuge der Verfolgungen während der Reichspogromnacht wurde der Vater in Bremen verhaftet und in das KZ Sachsenhausen vom 10.11. bis 28.12.1938 eingewiesen. Nach seinem Arbeitsverbot engagierte dieser sich in der Israelitischen Gemeinde als Vorbeter, da er ein guter Sänger war. Weiterhin war er stellvertretender Vorsitzender im Kranken-Wohltätigkeits-Verein der Israelitischen Gemeinde.

Am 18.11.1941 wurde Bernd Lustgarten mit seinen Eltern und Geschwistern im Alter von fünf Jahren von Bremen aus in das Ghetto Minsk deportiert. Dort wurden alle ermordet: sofern sie nicht den unmenschlichen Lebensbedingungen im Ghetto erlagen, fielen sie einer der Massenmordaktionen, die Ende Juli 1942 begannen, zum Opfer.


Verfasser:
Peter Christoffersen (2012)

Informationsquellen:
Staatsarchiv Bremen, Akte 4,54-E10649, Einwohnermeldekarte
Bundesarchiv, Gedenkbuch

Weitere Informationen:
Glossarbeitrag Minsk