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Klara Cohen, geb. Assenheimer, *1871

deportiert 1941
ermordet in Minsk


Elsasser Str. 114
Bremen-Schwachhausen


Elsasser Str. 114 - Weitere Stolpersteine:


Klara Cohen

geb. 28.5.1871 in Ottersberg

Klara Cohen war seit dem 1.10.1899 mit Siegmund Cohen (geb. 19.3.1871 in Osterholz-Scharmbeck) verheiratet und hatte mit ihm zwei Kinder: der Sohn Erich (Jg. 1900)und Tochter Hanny (Jg. 1905).

Siegmund Cohen hatte 1897 am Bahnhof (später Bahnhofstraße 37) in Osterholz-Scharmbeck ein Manufaktur-, Kurz- und Weißwarengeschäft eröffnet, das ihn zum Konkurrenten seines Bruders Alfred machte, der das väterliche Manufakturgeschäft in Osterholz-Scharmbeck, Hohestraße 51 führte. Dessen Ehefrau war die Schwester von Klara Cohen. Das Gebäude konnte Siegmund Cohen später erwerben. Seit 1925 stand das Geschäft unter „Geschäftsaufsicht“, weil die Geschäfte offensichtlich nicht so gut gingen. Dennoch übernahm die Tochter Hanny den Betrieb (Verkauf vom Vater an die Tochter) und führte ihn zunächst weiter. Durch Auswirkungen des Boykotts jüdischer Geschäfte ging es jedoch in Konkurs und wurde am 6.10.1934 zwangsversteigert. Die Familie musste daraufhin in eine Mietwohnung in der Lindenstraße 6 umziehen.

Dem Sohn Erich war es gelungen, 1933 nach Südafrika auszuwandern.

Die Tochter Hanny betrieb ab 1934 ein kleines Manufakturwarengeschäft in der Bahnhofstraße 34. In der Reichspogromnacht im November 1938 wurde das Geschäft verwüstet.

Im Februar 1939 suchte die Gestapo in der Wohnung Lindenstraße 6 nach "unerwünschtem Schrifttum" und beschlagnahmte Bücher. Klaras Ehemann Siegmund starb am 20.11.1939 an den Folgen der in der Pogromnacht erlittenen Mißhandlung. Er wurde ohne Grabstein auf dem jüdischen Friedhof in Osterholz-Scharmbeck beigesetzt. Nach seinem Tod verzog Klara Cohen am 4.11.1940 in das "Judenhaus" Elsasser Straße 114 in Bremen.

Am 28.8.1941 heiratete die Tochter Hanny Cohen den Kaufmann Bernhard Moritz Meyer, geb. 19.12.1883 in Halberstadt.

Klara Cohen wurde – wie auch die anderen Bewohner des „Judenhauses“ Elsasser Straße 114 – am 18.11.1941 nach Minsk deportiert. Dort wurde sie ermordet: sofern sie nicht den unmenschlichen Lebensbedingungen im Ghetto erlag, fiel sie einer der Massenmordaktionen, die Ende Juli 1942 begannen, zum Opfer.


Verfasserin:
Barbara Ebeling (2013)

Informationsquellen:
Staatsarchiv Bremen, Einwohnermeldekarte der Stadt Bremen
Beer, Klaus, Ein Denkmal für Familie Cohen, die in Osterholz-Scharmbeck in Niedersachsen gelebt hat, errichtet im Jahr 2001, Osterholz-Scharmbeck 2001
Obenaus, Herbert (Hrsg.): Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen, 2 Bände, Göttingen 2005, S. 1351 f.
www.teufelsmoor.eu

Weitere Informationen:
Glossarbeitrag Minsk