Sie befinden sich hier | Kapitelüberschrift  Suche
Schriftgroesse verkleinern Schriftgroesse normal Schriftgroesse vergrössern
Diese Seite ausdrucken

Manfred Eppenstein, *1910

deportiert 1941
ermordet in Minsk


Fliederstr. 41b
Bremen-Hemelingen


Fliederstr. 41b - Weitere Stolpersteine:


Manfred Eppenstein

geb. 21.8.1910 in Halberstadt

Manfred Eppenstein war der Sohn von Max Eppenstein und seiner Ehefrau Met(h)a (gen. Gertrud), geb. Seemann. Seine Eltern heirateten 1907 in Ohrdruf/Thüringen. Sie waren jüdischen Glaubens. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor: Manfred, Elfriede (geb. 10.5.1912 in Artern/Sangershausen), Wolfgang (geb. 24.6.1914 in Twistringen) und Marga (geb. 17.4.1916 in Twistringen). Sein Vater war selbständiger Vertreter (Reisender).

Die Familie siedelte 1924 von Twistringen nach Bremen über und wohnte in der Kölner Straße 89 (heute: Überseestadt). Die Eltern lebten seit 1929 getrennt und ließen sich 1934 scheiden. Seine Mutter blieb mit ihm und den noch in Bremen lebenden Schwestern bis 1939 in der Kölner Straße wohnen. Am 9.8.1939 erfolgte die zwangsweise Umquartierung in die Fliederstraße 41b. Sie belegten die Wohnung der Familie Tymberg (Reifer), die im November 1938 im Rahmen der Polenaktion ihr Haus verlassen musste.

Manfred Eppenstein war Kellner von Beruf, arbeitete aber auch als Vertreter für Waren aller Art. Während des Novemberpogroms wurde er verhaftet und war vom 10.11.1938 bis zum 15.1.1939 im KZ Sachsenhausen interniert. Weitere Lebensdaten sind nicht bekannt.

Manfred Eppenstein und seine Mutter Meta wurden am 18.11.1941 von Bremen aus in das Ghetto Minsk deportiert. Dort wurden sie ermordet: sofern sie nicht den unmenschlichen Lebensbedingungen im Ghetto erlagen, fielen sie einer der Massenmordaktionen, die Ende Juli 1942 begannen, zum Opfer.

Sein Vater, seine Schwester Elfriede sowie deren Ehemann Edgar Rossbach wurden gleichfalls nach Minsk deportiert und kamen dort um.

Sein Bruder Wolfgang (später: Seew) war Schlosser geworden und wanderte am 25.9.1934 nach Palästina aus.

Seine jüngste Schwester Marga, Schuhverkäuferin von Beruf, wanderte über ein Hachscharah-Ausbildungslager 1940 illegal in Palästina ein. Sie heiratete 1942 in Palästina und lebte später in New York.


Verfasser:
Peter Christoffersen (2013)

Informationsquellen:
Staatsarchiv Bremen, Akten 4,54-E10439, 4,54-E 9924, 4,54-E11233, 4,54-E 11285, 4,54-Rü5816, Einwohnermeldekartei
Bundesarchiv, Gedenkbuch - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945

Weitere Informationen:
Glossarbeitrag Novemberpogrom
Glossarbeitrag Minsk