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Frieda Lundner, geb. Kraismann, *1899

deportiert 1941
ermordet in Minsk


Hastedter Heerstr. 202/204
Bremen-Hemelingen
ehemalige Straßenbezeichnung: Hastedter Heerstr. 334


Hastedter Heerstr. 202/204 - Weitere Stolpersteine:


Frieda Lundner

Frieda Lundnergeb. 18.11.1899 in Lodz

Frieda Lundner, geb. Kraismann, heiratete 1923 Isaak Lundner in Halberstadt. Aus ihrer Verbindung gingen fünf Kinder hervor: Julius (geb.1924), Zilla (geb.1926), Berta (geb.1927), Salomon (Sally) (geb.1928) und Ruth, (geb.1935 in Bremen).

Frieda Lundner wurde am 18.11.1941 zusammen mit ihren fünf Kindern und ihrer Schwester Selda Jakubowicz in das Ghetto Minsk deportiert und dort ermordet. Sie wurden nach Kriegsende für tot erklärt.

Isaak Lundner war der Sohn von Juda Wolff und Sara Lundner, Fliederstraße 41. Er war das zweite von zehn Kindern. 1923 ließ Isaak sich in Halberstadt nieder, um sich selbstständig zu machen. Hier lebte auch sein Bruder Jakob Lundner mit seiner Frau Klara, geb. Bachman, und zuletzt sieben Kindern. 1930 zog Isaak mit seiner Familie nach Bremen. Ab 1935 war er arbeitslos und auf Arbeitslosen- und Fürsorgeunterstützung angewiesen. Die jüdische Gemeinde zahlte einen geringen Mietzuschuss, dafür musste er Pflichtarbeiten ableisten.

In der Pogromnacht vom 9./10.1938 wurde Isaak Lundner verhaftet und nach kurzem Aufenthalt im Zuchthaus Bremen-Oslebshausen im KZ Sachsenhausen inhaftiert. Am 13.12.1938 wurde er entlassen, vermutlich mit der Auflage umgehend zu emigrieren. Im Februar 1939 meldete er sich nach Brüssel ab. Seine Familie blieb in Bremen. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Belgien im Jahr 1940 wurde er dort verhaftet und im Sammellager Malines/Mechelen interniert. Am 4.8.1942 wurde in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert und später dort ermordet.

Juda Wolff und Sara Lundner hatten zehn Kinder und 26 Enkel. Nur die Kinder Adolf, Arnold und Rosa, allesamt kinderlos, entkamen durch Flucht und überlebten. Drei Generationen mit dem Familiennamen Lundner, bestehend aus 42 Menschen, wurden ausgelöscht.

Kinder:
Julius, geb.1924 in Halberstadt
Zilla, geb.1926 in Halberstadt
Berta, geb.1927 in Halberstadt
Sally, geb.1928 in Halberstadt
Ruth, geb.1935 in Bremen

Verfasser:
Bernhard Lieber (2011)

Informationsquellen:
Staatsarchiv Bremen

Weitere Informationen:
Glossarbeitrag Novemberpogrom
Glossarbeitrag Sachsenhausen
Glossarbeitrag Malines / Mechelen
Glossarbeitrag Auschwitz
Glossarbeitrag Minsk