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Adolf Bothmann, *1892

"SCHUTZHAFT" 1933, GEFÄNGNIS OSTERTOR, 1939 SACHSENHAUSEN, 1945 MAUTHAUSEN
ERMORDET 5.5.1945


Bürgermeister-Deichmann-Straße 65
Bremen-Walle
ehemalige Straßenbezeichnung: Wartburgstraße 31/33

Verlegedatum: 20.09.2018


Bürgermeister-Deichmann-Straße 65 - Weitere Stolpersteine:


Adolf Bothmann

geb. 1892

Adolf Bothmann, geboren in Husum, heiratete 1920 Henny Clausen. Sie hatten zwei Söhne und lebten zunächst in Husum, später in Albersdorf, wo Adolf Bothmann einen Friseursalon führte.

1929 trat er der NSDAP bei, wurde jedoch 1930 aus der Partei ausgeschlossen. Er wandte sich nun der Kommunistischen Partei (KPD) zu. Während einer KPD-Versammlung stürmte die SA den Saal. Er wurde schwer verletzt, die Folge war ein verkürztes Bein, so dass er lebenslang auf eine Gehhilfe angewiesen war. 1931 wurde er Mitglied der Roten Hilfe, einer KPD-nahen Hilfsorganisation.

1932 eröffnete er in Bremen einen Friseursalon - zunächst in der Zweigstraße, ab 1934 in die Bürgermeister-Deichmann-Straße 65 (früher Wartburgstraße 31/33). Das Geschäft lief gut. Der Salon wurde von Arbeitern und Angestellten der oppositionellen Arbeiterbewegung besucht. Bothmanns offen gezeigte politische Orientierung wurde von Polizei und Gestapo beobachtet, es gab Hausdurchsuchungen und einen „Horchposten“ der Gestapo vor dem Geschäft.

Wiederholt wurde er verhaftet, erstmalig 1933. Die Anklage lautete auf „Vorbereitung zum Hochverrat“, das Verfahren gegen ihn wurde 1934 mangels Beweis eingestellt. 1939 wurde er in „Schutzhaft“ genommen und ins KZ Sachsenhausen überstellt, von dort 1945 in das KZ Mauthausen, wo er an einem Hungerödem starb.


Verfasserin: Kornelia Renemann (2018)