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Helmut Cohen, *1913

„SCHUTZHAFT“ 1938, SACHSENHAUSEN, DEPORTIERT 1941, MINSK,
ERMORDET


Bürgermeister-Deichmann-Straße 65
Bremen-Walle
ehemalige Straßenbezeichnung: Wartburgstraße 31/33

Verlegedatum: 20.09.2018


Bürgermeister-Deichmann-Straße 65 - Weitere Stolpersteine:


Helmut Cohen

geb. 1913

Helmut Cohen wurde als Sohn des Viehhändlers Ernst Cohen und seiner Frau Henny, geb. Fink, in Delmenhorst geboren. Als er sieben Jahre alt war, starb seine Mutter. Er wurde wie sein Vater Viehhändler, dazu absolvierte er nach dem Realschulabschluss von 1929 bis 1932 eine Lehre bei einem Viehhändler im nahe gelegenen Oldenburg und arbeitete anschließend im väterlichen Betrieb.

Seine zukünftige Ehefrau Ida wuchs ebenfalls in Delmenhorst auf. Sie wurde dort 1917 in eine kinderreiche Familie hineingeboren. Nach Beendigung ihrer Schulzeit wurde sie „in Stellung“ gegeben und arbeitete ab 1935 nicht nur als Hausgehilfin, sondern auch im Kaufhaus Bamberger.

1938 heirateten Helmut Cohen und Ida de Haas in Delmenhorst. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Nationalsozialisten den jüdischen Viehhandel bereits zerschlagen, so dass die Arbeit im väterlichen Betrieb in Delmenhorst dem jungen Paar keine wirtschaftliche Existenz mehr bieten konnte. Auf der Suche nach Arbeit und Wohnraum orientierten sich die beiden dann auf die größere Nachbarstadt Bremen, wo zudem bereits einige Verwandte lebten. Hier wurde Helmut Cohen in der Reichspogromnacht verhaftet und blieb anschließend bis Januar 1939 im Konzentrationslager Sachsenhausen inhaftiert.

Die erste längerfristige gemeinsame Bleibe in Bremen fanden Helmut und Ida Cohen schließlich im April 1939 in der Wartburgstraße 31/33 in Walle (heute Bürgermeister-Deichmann-Straße 65), wo im Mai 1939 ihr Sohn Joel-Denny zur Welt kam. Mit dem erst zweijährigen Kind und zusammen mit vielen Familienangehörigen aus beiden Familien, die zwischenzeitlich in Bremen Zuflucht gesucht hatten, wurden sie am 18.11.41 in das Ghetto Minsk deportiert.

Eine ausführliche Biografie mit Quellenangaben wird im Band 5 der Publikationsreihe STOLPERSTEINE IN BREMEN erscheinen (geplant Frühjahr 2019).

Verfasserin: Christine Nitsche-Gleim (2018)