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Margarethe Plessner, geb. Powidzer, *1891

deportiert 1941
ermordet in Minsk


Contrescarpe 93
Bremen-Mitte


Contrescarpe 93 - Weitere Stolpersteine:


Margarethe Plessner

geb. 14.4.1914 in Insterburg

Margarethe Plessner war seit dem 22.10.1940 in zweiter Ehe mit Isidor Plessner verheiratet. Davor war sie mit Jakob Nasielski verheiratet und hatte in Königsberg gelebt. Aus der ersten Ehe war eine Tochter, Irma (geb. 1914 in Insterburg), hervorgegangen. Nach dem Tod Jakob Nasielskis war Margarethe nach Leipzig gezogen. Sie kam kurz vor ihrer Heirat mit Isidor Plessner am 17.10.1940 nach Bremen. Sie war als Krankenpflegerin bzw. Arzthelferin tätig.

Isidor Plessner kam erstmals 1912 für einige Monate nach Bremen und zog 1920 endgültig hierher. Ab 1924 wohnte er in der Bergstraße 36, 1939 kurz in der Waller Heerstraße 48 a und ab dem 7.9.1939 lebte er in einem der „Judenhäuser“ in der Contrescarpe 93. Er war Kaufmann und Inhaber der Firma Strumpfhaus Isidor Plessner, Schüsselkorb 14. Am 6.10.1938 meldete er sein Gewerbe ab und firmierte als „Privatmann“.

1920 hatte er Ella Steinhardt (geb. 1887 in Chemnitz) geheiratet, die 1937 verstorben war. Aus dieser Ehe war der Sohn Günther hervorgegangen.

Am 18.11.1941 wurden Isidor und Margarethe Plessner in das Ghetto Minsk deportiert. Dort endete ihr Lebensweg. Sie wurden nach Kriegsende für tot erklärt.

Isidor Plessners Sohn Günter verließ Bremen 1939 mit dem Ziel Ellguth/Steinau. Es ist zu vermuten, dass er sich dort für die Auswanderung nach Palästina vorbereiten wollte. Das Gut Ellguth/Steinau (Oberschlesien) war eine Hachsharah-Ausbildungsstätte für Landwirtschaft und Gärtnerei für junge Juden. Sein weiteres Schicksal ist unbekannt.

Margarethe Plessners Tochter Irma Fränkel, geb. Nasielski, verließ Leipzig am 22.5.1940 und floh über Jugoslawien nach Italien, wo sie in das Durchgangslager Ferramonti-Tarsia verbracht wurde. Als Folge der Inhaftierung erkrankte sie an Tuberkulose (Tbc). Sie überlebte die schwere Erkrankung zwar, war später aber nur noch vermindert erwerbsfähig. Irma Fränkel lebte daher quasi mittellos in Rom.


Verfasser:
Dr. Klaus Eissing (2011)

Informationsquellen:
Staatsarchiv Bremen, Akte 4,54-E10587

Weitere Informationen:
Glossarbeitrag Minsk
Glossarbeitrag "Judenhäuser"