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Berta Nordsiek, *1920

eingewiesen in die "Heilanstalt" Meseritz
ermordet 4.1.1944


Luisental 5/ neben Einfahrt Seniorenresidenz
Bremen-Horn-Lehe


Luisental 5/ neben Einfahrt Seniorenresidenz - Weitere Stolpersteine:


Berta Nordsiek

geb. 10.2.1920 in Bremen

Wegen ihrer geistigen Behinderung wurde die achtjährige Berta Nordsiek im April 1928 im Haus Reddersen aufgenommen. Als die NS-Gesundheitsbehörde die Einrichtung mit Beginn des Zweiten Weltkriegs auflöste, gehörte auch Berta zu den 74 „Reddersen-Kindern“, die am 31.8.1939 aus dem Heim in die Bremer Nervenklinik verlegt wurden. Fünf Jahre zuvor war die gerade 14jährige von Ärzten des Krankenhauses in der Bremer St..-Jürgen-Straße zwangsweise sterilisiert worden.

Da die junge Frau nicht als reguläre Patientin der Nervenklinik angesehen wurde, befindet sich in der erhaltenen Krankenakte keine Krankengeschichte, sondern nur einzelne Dokumente. Neben wenigen Briefen der Schwester, die Berta hin und wieder besuchte, auch die Abschrift eines Meldebogens zur „planmäßigen Erfassung“ aller Anstaltspatienten. Berta sei eigensinnig, lautete das Urteil der Bremer Ärzte, das Auffassungsvermögen fehle ihr ganz, zudem sei sie willensschwach, kontaktunfähig und zu keiner selbständigen Arbeit fähig. Sie fege und bohnere unter stetiger Aufsicht und Kontrolle, erbringe aber keine „nennenswerte Arbeitsleistung“.

Nach der Bombardierung der Bremer Nervenklinik brachte man die junge Frau in die „Heilanstalt“ Meseritz-Obrawalde, wo sie nur wenige Wochen später, am 4.1.1944, starb.


Verfasserin:
Gerda Engelbracht (2011)

Informationsquellen:
Archiv Klinikum Bremen-Ost, Krankenakte

Weitere Informationen:
Glossarbeitrag "Euthanasie" / Zwangssterilisation
Glossarbeitrag Haus Reddersen