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Rudolf Grimminger, *1922

einewiesen in die "Heilanstalt" Erlangen
tot 15.11.1944


Luisental 5/ neben Einfahrt Seniorenresidenz
Bremen-Horn-Lehe


Luisental 5/ neben Einfahrt Seniorenresidenz - Weitere Stolpersteine:


Rudolf Grimminger

geb. 23.9.1922 in Bremen

Das kurze Leben des Rudolf Grimminger, der nur 22 Jahre alt wurde, war geprägt von Ausgrenzung, Entwertung und Gewalt. Unehelich und mit einer geistigen Behinderung geboren, wurde der Zwilling, dessen Bruder mit nur fünf Monaten verstarb, 1926 im Haus Reddersen aufgenommen. Über sein Leben in der bremischen Pflege- und Erziehungsanstalt für geistig und körperlich behinderte Kinder und Jugendliche gibt es nur wenige Informationen, so eine kurze Zusammenfassung seines Entwicklungsstandes aus dem Jahr 1929. Rudolf laufe und esse allein, die Sprache beginne sich zu entwickeln, er sei anhänglich und spiele gern mit den anderen Kindern, notierte Anstaltsdirektor Georg Wrede.

Wie viele seiner Mitbewohner trafen den Jungen die Auswirkungen der nationalsozialistischen Gesundheitspolitik zum ersten Mal mit aller Härte, als er knapp 15jährig im April 1937 zwangssterilisiert wurde. Nur ein Jahr später musste er das Haus Reddersen, das ihm sicher zur Heimat geworden war, verlassen und in das Gertrudenheim im Kloster Blankenburg bei Oldenburg ziehen. Von hier aus wurde er am 20.9.1941 in die „Heil- und Pflegeanstalt“ Erlangen abgeschoben, wo er am 15.11.1944 starb.


Verfasserin:
Gerda Engelbracht (2011)

Informationsquellen:
Archiv Klinik für Psychiatrie, Sucht, Psychotherapie und Psychosomatik, Erlangen, Krankenakte

Weitere Informationen:
Glossarbeitrag "Euthanasie" / Zwangssterilisation
Glossarbeitrag Haus Reddersen