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Paula Scherbel, geb. Janover, *1879

deportiert 1941
ermordet in Minsk


Westerstr. 28
Bremen-Neustadt


Westerstr. 28 - Weitere Stolpersteine:


Paula Scherbel

geb. 26.2.1879 in Berlin

Paula Scherbel lebte seit dem 2.9.1887 in Bremen. Sie heiratete am 24.3.1901 den Kaufmann Alfred Scherbel (geb. 2.10.1872 in Witten). Das Ehepaar hatte eine Tochter Tedda Berta (geb. 30.4.1904 in Bremen).

Die Familie Scherbel bewohnte in der Brückenstraße 35 eine sehr gut eingerichtete Vier-Zimmer-Wohnung. Alfred Scherbel war Reisender für die Firma Groll und Denecke, die Naturschwämme vertrieb. Auf einer seiner Geschäftsreisen im Januar 1938 beschloss er, wegen der zunehmenden Repressionen gegen Juden in der Schweiz zu bleiben. Da er keine Arbeitserlaubnis erhielt, lebte er bis zu seiner Auswanderung in die USA am 16.9.1946 von einer kleinen Unterstützung durch die "Jüdische Hilfe".

1938 mussten Paula Scherbel und ihre Tochter, die am 20.7.1938 in die USA auswandern konnte, die Wohnung in der Brückenstraße verlassen. Paula Scherbel konnte nur sehr wenige Gegenstände aus ihrer Wohnung mitnehmen, einige Wäschestücke und andere persönliche Gegenstände konnte sie noch nach New York verschicken. Die Gestapo beschlagnahmte die Einrichtung, die dann versteigert wurde. Sie zog in das "Judenhaus" in der Westerstraße 28, wo sie nur ein Zimmer bewohnte. Warum Paula Scherbel nicht ebenfalls auswandern konnte, ist unbekannt. Sie musste Zwangsarbeit in einer Fabrik verrichten.

Am 18.11.1941 wurde sie von Bremen aus in das Ghetto Minsk deportiert. Dort wurde sie ermordet: sofern sie nicht den unmenschlichen Lebensbedingungen im Ghetto erlag, fiel sie einer der Massenmordaktionen, die Ende Juli 1942 begannen, zum Opfer.


Verfasserin:
Edith Laudowicz (2012)

Informationsquellen:
Staatsarchiv Bremen, Akten 4,54-E10462, 4,54-E10615,

Weitere Informationen:
Glossarbeitrag "Judenhäuser"
Glossarbeitrag Minsk