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Ella Salomon, geb. Löwenstern, *1907

deportiert 1941
ermordet in Minsk


Bürgermeister-Smidt-Str./neben Ausfahrt Hochgarage
Bremen-Mitte
ehemalige Straßenbezeichnung: Kaiserstr. 14


Bürgermeister-Smidt-Str./neben Ausfahrt Hochgarage - Weitere Stolpersteine:


Ella Salomon

Ella Salomongeb. 28.12.1907 in Herford

Ella Löwenstern wurde 1907 in Herford geboren. 1929 heiratete sie ihren in Bremen lebenden Cousin Leopold Salomon. Das Ehepaar ließ sich in Bremen nieder; sie wohnten – wie auch die weiteren Mitglieder der Familie Salomon – in der Kaiserstraße 14. Im folgenden Jahr wurde in Bremen die Tochter Alma-Ursel geboren.

Als 1935 die „Bremer Buch- und Zeitschriftenzentrale“ der Familie Salomon von den Behörden geschlossen wurde und Leopold Salomon kein regelmäßiges Einkommen mehr hatte, meldete Ella, die eine gute Köchin war, zusammen mit ihrer Schwägerin Sophie Goldschmidt geb. Salomon beim Gewerbeamt einen Mittagstisch für jüdische Gäste an. Den Mittagstisch besuchten während der Woche täglich etwa 20 Gäste und sonntags, da dort die Versammlungen des jüdischen Vereins Bar Kochba stattfanden, die doppelte Anzahl. Als sich Nachbarn darüber beschwerten, dass sich so viele Juden im Haus aufhielten, musste der Mittagstisch auf behördliche Anordnung nach drei Monaten wieder eingestellt werden. Ella Salomon arbeitete dann als Verkäuferin und Buchhalterin in der Obernstraße bei der jüdischen Firma Manne, die Lederwaren verkaufte. Nachdem das Geschäft 1939 liquidiert worden war, wurde sie von den neuen Inhabern entlassen.

1939 musste die Familie ihre 5-Zimmer-Wohnung in der Kaiserstraße 14 verlassen und in ein „Judenhaus“ in der Keplerstraße 36 ziehen. Dort wurde ihnen ein leeres Zimmer im Souterrain zugewiesen; ihre Wohnungseinrichtung konnten sie nicht mitnehmen.

Am 18.11.1941 wurden Leopold, Ella und Alma-Ursel Salomon zusammen mit 567 anderen Juden aus Norddeutschland von Bremen aus in das Ghetto Minsk deportiert. Von den 442 Juden, die aus Bremen stammten, sind nur sechs zurückgekehrt; alle anderen – so auch Leopold, Ella und Alma-Ursel Salomon – wurden ermordet. Sie starben entweder im Winter 1941/42 an Kälte und Hunger oder fielen einer der im Juli 1942 einsetzenden Massenerschießungen zum Opfer.


Verfasser:
Michael Cochu (2013)

Informationsquellen:
Staatsarchiv Bremen, Akte 4,54E 11000
Rohdenburg, Günther / Karl-Ludwig Sommer, Erinnerungsbuch für die als Juden verfolgten Einwohner Bremens, 2006
Rohdenburg, Günther (Bearb.), „Judendeportationen“ von Bremerinnen und Bremern während der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, Bremen 2006

Abbildungsnachweis: Privatbesitz

Weitere Informationen:
Glossarbeitrag "Judenhäuser"
Glossarbeitrag Minsk