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Judith Nadel, *1922

ausgewiesen 1938 nach Polen
Schicksal unbekannt


Hauffstr. 2
Bremen-Walle
ehemalige Straßenbezeichnung: Wilhelmshavener Str. 3


Hauffstr. 2 - Weitere Stolpersteine:


Judith Nadel

geb. 12.1.1922 in Bremen

Judith Nadel wurde als jüngste Tochter von Golda geb. Stark (geb. 1882 in Liskow) und Naftali Nadel gen. Treff (geb. 1882 in Dukla) geboren. Aus der Ehe gingen fünf Kinder hervor: Dvora, geb. 9.10.1909 in Sanok (verh. Kupferberg), Max, geb. 25.11.1911 in Liskow, Gitte Feige (Fanny), geb. 17.8.1913 in Sebaldsbrück (verh. Wagschal), Marie, geb. 17.5.1917 in Bremen (verh. Wolf) und Judith.

Judith besuchte von 1928 bis 1936 die Volksschule in Bremen, anschließend ein Jahr lang die Haushaltsschule (bis Ostern 1937). Judith wollte gern Schneiderin werden, fand aber als Jüdin in Bremen keine Lehrstelle. Am 3.8.1938 begann sie deshalb in Dessau eine Schneiderlehre. Da Judith noch minderjährig war, blieb sie in Bremen beim Vater gemeldet.

Am 28.10.1938 wurde Judith von Dessau aus im Rahmen der "Polenaktion" an die Grenze abgeschoben. Das gleiche Schicksal ereilte ihre Eltern, den Bruder Max und die Schwester Marie. In Krakau kam die Familie wieder zusammen. Jüdische Wohlfahrtsvereinigungen sorgten in Polen für Verpflegung und Unterkunft.

Die Spur von Judith, ihren Eltern und ihrem Bruder Max verliert sich in Krakau. Ihr weiteres Schicksal ist nicht bekannt. Sie wurden nach dem Krieg auf den 8.5.1945 für tot erklärt. Ihre Schwestern Dvora, Fanny und Marie entgingen der Shoa und überlebten.


Verfasserin:
Natalie Sander (2011)

Informationsquellen:
Staatsarchiv Bremen, Akte 4,54-E4332, 4,54-E10972

Weitere Informationen:
Glossarbeitrag Polenaktion