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Bertha Neublum, geb. Renberg, *1906

deportiert 1941
ermordet in Minsk


Admiralstr. 23
Bremen-Findorff


Admiralstr. 23 - Weitere Stolpersteine:


Bertha Neublum

geb. 24.1.1906 in Wildeshausen

Bertha Neublum wurde als ältestes Kind von Siegfried (geb. 1879) und Minna Ren(n)berg, geb. de Haas (geb. 1881) geboren. Sie hatte zwei Geschwister: Elli (geb. 1908) und Hermann (geb. 1909).

Im Jahr 1921 übersiedelte die Familie Ren(n)berg nach Bremen und war seit 1927 in der Admiralstraße 23 in Nachbarschaft des Schlachthofs ansässig. Ihr Vater arbeitete als erfolgreicher Pferde- und Viehhändler. Er war Mitglied der Israelitischen Gemeinde.

Bertha Ren(n)berg heiratete 1924 den jüdischen Schlachter Erich Neublum (geb. 1900). Ihr Mann war ebenfalls Pferdehändler und das Ehepaar betreibt gemeinsam eine Schlachterei und Fleischerei in Bremen. Bertha Neublum wurde im Bremer Adressbuch von 1930 mit dem Zusatz „Verkauf von Pferdefleisch“, später „Fleischwaren“, geführt.

In der Ehe der Neublums wurden vier Kinder geboren: Kurt (geb. 1925), Ruth (geb. 1928), Siegfried (geb. 1935) und Albert (geb. 1937).

Im Sommer 1938 emigrierte Erich Neublum nach Paraguay und betrieb von dort den Nachzug seiner Familie, wenn auch erfolglos. 1952 kehrte er nach Bremen zurück und starb dort 1973. Auch ihr Bruder Hermann übersiedelte mit seiner Familie später nach Paraguay. Sie kehrten 1950 nach Bremen zurück.

Bertha Neublum zog 1938 mit ihren vier Kindern zu ihren Eltern in deren Haus in der Admiralstraße 23. Ihr Vater floh nach zwei Verhaftungen und Aufenthalten im Konzentrationslager im März 1939 nach Belgien. Im März 1940 folgten ihm ihre Mutter Minna Ren(n)berg und ihr ältester Sohn Kurt.

Ebenfalls im Frühjahr 1940 wurden die Brüder ihrer Mutter Bernhard de Haas und Moritz de Haas mit ihren Familien aus Wildeshausen ausgewiesen und zogen gleichfalls in das Haus ihrer Verwandten in die Admiralstraße 23 in Bremen.

Am 18.11.1941 wurden Bertha Neublum und ihre Kinder von Bremen aus in das Ghetto Minsk deportiert. Dort wurden sie ermordet: sofern sie nicht den unmenschlichen Lebensbedingungen im Ghetto erlagen, fielen sie einer der Massenmordaktionen, die Ende Juli 1942 begannen, zum Opfer.

Ihr Sohn Kurt wurde 1942 im Sammellager Mechelen/Malines interniert. Von dort wurde er am 4.8.1942 in das KZ Auschwitz deportiert, wo er am 16.9.1942 ermordet wurde.

Siegfried Ren(n)berg wurde 1940 in Brüssel verhaftet, nach Frankreich ausgewiesen und später von Drancy am 14.8.1942 nach Auschwitz deportiert, wo er ermordet wurde. Minna Ren(n)berg wird von Belgiern versteckt und versorgt und überlebte die Jahre der Verfolgung. Sie starb 1950 in Bremen.


Verfasser:
Dr. Peter F. Zimmermann (2012)

Informationsquellen:
Staatsarchiv Bremen, Akte 4,54-E10327

Weitere Informationen:
Glossarbeitrag Minsk

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