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Albert Neublum, *1937

deportiert 1941
ermordet in Minsk


Admiralstr. 23
Bremen-Findorff


Admiralstr. 23 - Weitere Stolpersteine:


Albert Neublum

geb. 16.2.1937 in Bremen

Albert Neublum war das vierte und letzte Kind von Erich Neublum (geb. 1900) und Bertha Neublum (geb. 1906). Somit war er auch der jüngste Bewohner des Hauses seiner Großeltern Admiralstraße 23, in das seine Mutter 1938 mit ihm und seinen Geschwistern einzog.

Die Eltern hatten 1924 geheiratet. Der Vater arbeitete als Schlachter und Fleischer; die Mutter verkaufte die Fleischwaren. In der Ehe wurden vier Kinder geboren: Kurt (geb. 1925), Ruth (geb. 1927), Fritz (geb. 1935) und Albert.

Alberts Großvater Siegfried Ren(n)berg (geb. 1879) wurde im Juni 1938 ungerechtfertigt verhaftet und in ein KZ verschleppt. Für Alberts Vater war das der letzte Anstoß, im Sommer 1938 aus Deutschland zu emigrieren. Er ging nach Paraguay und bemühte sich, Frau und Kinder nachzuholen, jedoch vergeblich. Nachdem der Großvater am 10.11.1938 erneut verhaftet und in einem KZ festgehalten wurde, flüchtete dieser Mitte März 1939 nach Brüssel. Dort wurde er 1940 gefangen genommen, über mehrere Stationen in das Camp de Gurs deportiert und von da aus nach Auschwitz verschleppt und dort 1942 ermordet.

Da immer neue rassistische Gesetze das Leben belasteten, zog seine Mutter mit Albert und seinen drei Geschwistern zu ihren Eltern in deren Haus in der Admiralstraße 23 im Bremer Stadtteil Findorff. Sein ältester Bruder Kurt (geb. 1925), der im März 1940 gemeinsam mit der Großmutter Minna Ren(n)berg (geb. 1881) ebenfalls nach Belgien flüchtete, wurde dort 1942 aus dem Sammellager Mechelen/Malines nach Auschwitz deportiert, wo er 1942 ermordet wurde.

Albert hat in seinem kurzen Leben nur die Härten und Grausamkeiten der Entrechtung, Verfolgung und Vertreibung erlebt, die ohne Einschränkung vom Kleinkind bis zu Hochaltrigen alle Juden trafen.

Am 18.11.1941 – im Alter von viereinhalb Jahren - wurde er mit seiner Mutter und seinen zwei in Bremen verbliebenen Geschwistern in das Ghetto Minsk deportiert. Dort starben sie an den entsetzlichen Lagerverhältnissen oder bei einer der Massenmordaktionen, die Ende Juli 1942 begannen.


Verfasser:
Dr. Peter F. Zimmermann (2012)

Informationsquellen:
Staatsarchiv Bremen,Akte 4,54-E10327

Weitere Informationen:
Glossarbeitrag Minsk