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Ruth de Haas, *1927

deportiert 1941
ermordet in Minsk


Admiralstr. 23
Bremen-Findorff


Admiralstr. 23 - Weitere Stolpersteine:


Ruth de Haas

geb. 11.9.1927 in Wildeshausen

Ruth de Haas wurde als drittes Kind von Bernhard de Haas (geb. 1882) und Helene de Haas (geb. 1883) geboren.

Ihr Vater Bernhard de Haas (geb. 1882) betrieb in dem Ort ein kleines Viehhandelsgeschäft, außerdem handelte er mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Ob ihre Mutter Helene (geb. 1883) eine geschäftstüchtige Hausfrau war oder über eigenen Besitz verfügte läßt sich nicht klären; immerhin kaufte sie das Haus ihres Mannes 1929 bei einer Zwangsversteigerung für die Familie zurück. Im Frühjahr 1933 wurde das Haus jedoch endgültig zwangsversteigert.

Die rassistischen Maßnahmen ab 1933 brachten die Familie zunehmend in Armut. Ihre älteren Schwestern Betty (geb.1913) und Erna (geb.1920) verließen Wildeshausen und gingen nach Lübeck. Von dort emigrierten sie über England in die USA.

1937 wurde in Oldenburg eine zweiklassige Schule für jüdische Kinder eröffnet, die Ruth und ihr Bruder Fritz besuchten. Im Sommer 1940 begann ihr Bruder in Hamburg eine Schlosserlehre. Am 30.5.1941 kehrte er – wahrscheinlich gezwungenermaßen - nach Bremen zurück.

Im März 1940 wurden Helene und Bernhard de Haas aufgefordert, mit ihren Kindern Fritz und Ruth ihren Heimatort zu verlassen. Wildeshausen sollte eine „judenfreie“ Gemeinde werden. Sie zogen nach Bremen in die Admiralstraße 23; das Haus war im Besitz der Schwester von Bernhard de Haas, Minna Ren(n)berg und ihres Mannes Siegfried Ren(n)berg. Beide Ren(n)bergs sind 1939 bzw. 1940 nach Belgien geflüchtet. Eine Tochter von Minna Ren(n)berg, Bertha Neublum, bewohnte danach mit drei Kindern das Haus ihrer Eltern.

Am 18.11.1941 wurden Bernhard, Helene, Fritz und Ruth de Haas von Bremen aus in das Ghetto Minsk deportiert. Dort wurden sie ermordet: sofern sie nicht den unmenschlichen Lebensbedingungen im Ghetto erlagen, fielen sie einer der Massenmordaktionen, die Ende Juli 1942 begannen, zum Opfer.


Verfasser:
Dr. Peter F. Zimmermann (2012)

Informationsquellen:
Staatsarchiv Bremen, Akte 4,54-E11918
Meiners, Werner: Geschichte der Juden in Wildeshausen, Oldenburg 1988

Weitere Informationen:
Glossarbeitrag Judenvertreibung Ostfriesland / Oldenburg
Glossarbeitrag Minsk