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Fritz de Haas, *1925

deportiert 1941
ermordet in Minsk


Admiralstr. 23
Bremen-Findorff


Admiralstr. 23 - Weitere Stolpersteine:


Fritz de Haas

geb. 15.11.1925 in Wildeshausen

Fritz de Haas wurde als drittes Kind von Bernhard de Haas (geb. 1882) und Helene de Haas (geb. 1883) geboren.

Sein Vater arbeitete in Wildeshausen als Viehhändler und verkaufte im Nebenerwerb landwirtschaftliche Produkte. Die Inflation nach dem Ersten Weltkrieg in Deutschland belastete das Geschäft des Vaters schwer; ebenso die Wirtschaftskrise ab 1929. Mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten verschlechterte sich die wirtschaftliche Situation der Familie zunehmend. So verließen seine Schwestern Betty (geb. 1913) und Erna (geb. 1920) den Ort und gingen nach Lübeck. Von dort emigrierten sie später über England in die USA.

1937 wurde in Oldenburg eine zweiklassige Schule für jüdische Kinder eröffnet, die Fritz und seine jüngere Schwester Ruth (geb. 1929) besuchten. Im Sommer 1940 begann Fritz de Haas in Hamburg eine Schlosserlehre. Am 30.5.1941 kehrte er – wahrscheinlich gezwungenermaßen - nach Bremen zurück.

Im März 1940 wurden Helene und Bernhard de Haas aufgefordert, mit ihren Kindern Fritz und Ruth ihren Heimatort zu verlassen. Wildeshausen sollte eine „judenfreie“ Gemeinde werden. Sie zogen nach Bremen in die Admiralstraße 23; das Haus war im Besitz der Schwester von Bernhard de Haas, Minna Ren(n)berg und ihres Mannes Siegfried Ren(n)berg. Beide Ren(n)bergs sind 1939 bzw. 1940 nach Belgien geflüchtet. Eine Tochter von Minna Ren(n)berg, Bertha Neublum, bewohnte danach mit drei Kindern das Haus ihrer Eltern.

Am 18.11.1941 wurden Bernhard, Helene, Fritz und Ruth de Haas von Bremen aus in das Ghetto Minsk deportiert. Dort wurden sie ermordet: sofern sie nicht den unmenschlichen Lebensbedingungen im Ghetto erlagen, fielen sie einer der Massenmordaktionen, die Ende Juli 1942 begannen, zum Opfer.


Verfasser:
Dr. Peter F. Zimmermann (2012)

Informationsquellen:
Staatsarchiv Bremen, Akte 4,54-E11919
Meiners, Werner: Geschichte der Juden in Wildeshausen, Oldenburg 1988

Weitere Informationen:
Glossarbeitrag Judenvertreibung Ostfriesland / Oldenburg
Glossarbeitrag Minsk