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Helene de Haas, geb. Gimnicher, *1883

deportiert 1941
ermordet in Minsk


Admiralstr. 23
Bremen-Findorff


Admiralstr. 23 - Weitere Stolpersteine:


Helene de Haas

geb. am 16.3.1883 in Krefeld

Helene de Haas, als Helene Gimnicher in Krefeld geboren, heiratete 1912 Bernhard de Haas (geb. 1882) aus Wildeshausen. Das Ehepaar hatte vier Kinder: Betty (geb. 1913), Erna (geb. 1920), Ruth (geb. 1927), Fritz (geb. 1925).

Ihr Ehemann arbeitete als selbständiger Viehaufkäufer und –händler und betrieb zum Nebenerwerb einen Kleinhandel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen. 1910 erwarb Bernhard de Haas ein größeres Haus, wofür er sich stark verschuldete.

Heimgekehrt aus dem Ersten Weltkrieg setzte Bernhard de Haas seine Arbeit als Viehhändler fort. Die Inflation in Deutschland führte die Familie von Helene de Haas zur Verarmung. 1929 wurde das Haus versteigert. Ob Helene eine geschäftstüchtige Hausfrau war oder über eigenen Besitz verfügte, lässt sich nicht klären; immerhin kaufte sie das Haus ihres Mannes bei der Zwangsversteigerung für die Familie zurück. Im Frühjahr 1933 wurde das Haus jedoch endgültig zwangsversteigert.

Durch die den jüdischen Kaufleuten nach 1933 auferlegten Einschränkungen und die antisemitische Propaganda verschlechterte sich die wirtschaftliche und soziale Situation der Familie von Helene de Haas immer weiter. Darum verließen die älteren Töchter Betty und Erna den Ort und emigrierten später über England in die USA.

Im März 1940 wurden Helene und Bernhard de Haas aufgefordert, mit ihren Kindern Fritz und Ruth ihren Heimatort zu verlassen. Wildeshausen sollte eine „judenfreie“ Gemeinde werden. Sie zogen nach Bremen in die Admiralstraße 23; das Haus war im Besitz der Schwester von Bernhard de Haas, Minna Ren(n)berg und ihres Mannes Siegfried Ren(n)berg. Beide Ren(n)bergs sind 1939 bzw. 1940 nach Belgien geflüchtet. Eine Tochter von Minna Ren(n)berg, Bertha Neublum, bewohnte danach mit drei Kindern das Haus ihrer Eltern.

Am 18.11.1941 wurden Bernhard, Helene, Fritz und Ruth de Haas von Bremen aus in das Ghetto Minsk deportiert. Dort wurden sie ermordet: sofern sie nicht den unmenschlichen Lebensbedingungen im Ghetto erlagen, fielen sie einer der Massenmordaktionen, die Ende Juli 1942 begannen, zum Opfer.


Verfasser:
Dr. Peter F. Zimmermann (2012)

Informationsquellen:
Staatsarchiv Bremen, Akte 4,54-E9931
Meiners, Werner: Geschichte der Juden in Wildeshausen, Oldenburg 1988

Weitere Informationen:
Glossarbeitrag Judenvertreibung Ostfriesland / Oldenburg
Glossarbeitrag Minsk

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