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Siegfried Neublum, *1935

deportiert 1941
ermordet in Minsk


Admiralstr. 23
Bremen-Findorff


Admiralstr. 23 - Weitere Stolpersteine:


Siegfried Neublum

geb. 16.4.1935 in Bremen

Siegfried Neublum wurde als drittes Kind von Erich Neublum (geb. 1900) und Bertha geb. Ren(n)berg geboren. Seinen Vornamen erhielt er vermutlich nach seinem Großvater. Siegfried hatte drei Geschwister: Kurt (geb. 1925), Ruth (geb. 1928) und Albert (geb. 1937).

Sein Vater war Pferdehändler und arbeitete als Schlachter und Fleischer; seine Mutter verkaufte die Fleischwaren. Im Bremer Adressbuch von 1930 wurde sie mit dem Zusatz „Verkauf von Pferdefleisch“, später „Fleischwaren“, aufgeführt. Er emigrierte im Sommer 1938 nach Paraguay und bemühte sich um den Nachzug seiner Familie, was nicht gelang. Seine Mutter zog im gleichen Jahr mit ihren vier Kindern zu ihren Eltern in deren Haus Admiralstraße 23 in Bremen Findorff

Sein Großvater, der wohlhabende Pferdehändler Siegfried Ren(n)berg, wurde im Sommer 1938 und im November 1938 jeweils verhaftet und im KZ Sachsenhausen gefangen gehalten. Darauf hin floh er im März 1939 nach Belgien. Im März 1940 folgten ihm seine Großmutter Minna Ren(n)berg und sein älterer Bruder Kurt. Großvater und Bruder wurden nach einiger Zeit in Belgien verhaftet, nach Auschwitz deportiert und dort 1942 ermordet.

Ebenfalls im Frühjahr 1940 wurden die Brüder seiner Großmutter, Bernhard de Haas und Moritz de Haas, mit ihren Familien aus Wildeshausen ausgewiesen und zogen gleichfalls in das Haus ihrer Verwandten in die Admiralstraße 23 in Bremen.

Siegfried Neublum erlebte in seinen wenigen Kinderjahren alle Greuel der Entrechtung, Verfolgung und Vertreibung, die Juden ab 1933 angetan wurden.

Er wurde mit seiner Mutter und den zwei in Bremen verbliebenen Geschwistern mit dem ersten Transport aus Bremen am 18.11.1941 in das Ghetto Minsk deportiert. Dort starben sie an den entsetzlichen Lagerverhältnissen oder bei einer der Massenmordaktionen, die Ende Juli 1942 begannen.


Verfasser:
Dr. Peter F. Zimmermann (2012)

Informationsquellen:
Staatsarchiv Bremen, Akte 4,45-E10327

Weitere Informationen:
Glossarbeitrag Minsk