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Alfred Schachtel, *1906

deportiert 1941
ermordet in Minsk


Nordstr./in Höhe der Haltestelle Grenzstr.
Bremen-Walle
ehemalige Straßenbezeichnung: Nordstr. 210


Nordstr./in Höhe der Haltestelle Grenzstr. - Weitere Stolpersteine:


Alfred Schachtel

geb. 10.11.1906 in Znin

Alfred Schachtel war der Sohn von Clara Schachtel, geb. Simon (geb. 1876 in Pakosch), und dem Kaufmann Isidor Schachtel (geb. 1.5.1871 in Znin, gestorben 12.12.1937 in Bremen). Seine Eltern hatten ein Lederwarengeschäft in der Nordstraße 210.

Seine Geschwister waren Martin (geb. 1899 in Znin, gefallen im Ersten Weltkrieg am 1.6.1918), Siegbert (geb. 1911 in Znin) und Paula (geb. 1901 in Znin). Die Familie lebte seit 1922 in Bremen. Er war ledig, Kaufmann von Beruf und wohnte in der Kreuzstraße 30. Das Haus befand sich bis 1939 im Eigentum seiner Eltern. Zuletzt wohnte er bei seiner Mutter im "Judenhaus" in der Nordstraße 210, dem weiteren Haus seiner Eltern.

Im Zuge des Novemberpogroms 1938 wurde er verhaftet und war bis zum 17.12.1938 im KZ Sachsenhausen interniert. Die Auswanderungspläne der Familie Schachtel scheiterten aus nicht bekannten Gründen.

Am 18.11.1941 wurde Clara Schachtel mit ihren beiden Söhnen Albert und Siegbert von Bremen aus in das Ghetto Minsk deportiert. Dort wurden sie ermordet: sofern sie nicht den unmenschlichen Lebensbedingungen im Ghetto erlagen, fielen sie einer der Massenmordaktionen, die Ende Juli 1942 begannen, zum Opfer.


Verfasser:
Manfred Runge (2012)

Informationsquellen:
Staatsarchiv Bremen, Akte 4,54-E10627
Holocaust Survivors and Victims Database, Washington
Eckler-von Gleich/Kühne, Juden in Walle, Bremen 1990

Weitere Informationen:
Glossarbeitrag "Judenhäuser"
Glossarbeitrag Minsk