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Mathilde ter Berg, geb. Rothschild, *1888

deportiert 1941
ermordet in Minsk


Nordstr./in Höhe der Haltestelle Grenzstr.
Bremen-Walle
ehemalige Straßenbezeichnung: Nordstr. 210


Nordstr./in Höhe der Haltestelle Grenzstr. - Weitere Stolpersteine:


Mathilde ter Berg

Mathilde ter Berggeb. 30.11.1888 in Oldenburg

Mathilde ter Berg, geb. Rothschild, war die Tochter von Andreas Rothschild (1856 -1934) und seiner Ehefrau Jentje (gen. Henriette), geb. van der Rhoer (1860-1942). Im Jahre 1922 heiratete sie Elias ter Berg (geb. 28.8.1888 in Ritterhude). Das Ehepaar hatte eine Tochter: Jenny (geb. 31.5.1927 in Bremen). Die Familie wohnte in der Calvinstraße 93.

Sie war beruflich tätig und hatte ab 1927 eine Wäschevertretung. Ihr Ehemann handelte mit Kurz- u. Galanteriewaren und war in diesem Gewerbe als Vertreter unterwegs. Nach der Verdrängung der Juden aus dem Wirtschaftsleben war er ab 1935 im Altwaren- und Produktenhandel tätig.

In der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde Elias ter Berg verhaftet und war bis zum 23.12.1938 im KZ Sachsenhausen inhaftiert. Im Dezember 1940 mussten ter Bergs ihre Wohnung verlassen und wurden in der Nordstraße 210 - in einem der Bremer „Judenhäuser“ - zwangsweise untergebracht. Ihre Tochter Jenny, die seit Frühjahr 1941 in Hamburg gewohnt hatte, kehrte im Herbst zu ihren Eltern zurück, und zwar am 31.10.1941 kurz vor der Deportation am 18.11.1941.

Am 18.11.1941 wurden Elias, Mathilde und Jenny ter Berg von Bremen aus in das Ghetto Minsk deportiert. Dort wurden sie ermordet: sofern sie nicht den unmenschlichen Lebensbedingungen im Ghetto erlagen, fielen sie einer der Massenmordaktionen, die Ende Juli 1942 begannen, zum Opfer.

Auch ihre Geschwister wurden Opfer des Holocaust: die Schwester Rosa Wolf, geb. Rothschild, sowie deren Ehemann und die alleinstehende Schwester Selma Beverstein, geb. Rothschild, wurden in Minsk ermordet, der Bruder Moritz, der 1933 nach Holland emigriert war, wurde mit seiner Ehefrau 1943 in Sobibor ermordet. Nur die Schwester Hedwig Lohmann, geb. Rothschild, überlebte, sie wurde noch im Februar 1945 nach Theresienstadt und dort befreit. Sie kehrte nach Bremen zurück.


Verfasser:
Manfred Runge/Nathalie Sander (2011)

Informationsquellen:
Staatsarchiv Bremen, Akten 4,54-E11230, 4,54-Ra522, Einwohnermeldekartei
Adressbuch Bremen
www.teufelsmoor.eu
www.ushmm.org (Holocaust Survivor & Victim Database Washington)

Abbildungsnachweis: Privatbesitz

Weitere Informationen:
Glossarbeitrag Novemberpogrom
Glossarbeitrag Sachsenhausen
Glossarbeitrag "Judenhäuser"
Glossarbeitrag Minsk